EUR/USD: wurde in die Abwärtsbewegung eingestoppt
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 4. Mai 2010, 08:30 Uhr
Sell the facts: Dieses Argument hatte ich gestern aufgeführt, um die morgendlichen Abgaben des Euro (gegen den Dollar) zu begründen. Die europäische Gemeinschaftswährung, die in einer tiefen, tiefen Vertrauenskrise steckt, konnte vorerst nicht von der Einigung auf ein 110 Mrd. Euro schweres Rettungspaket profitieren. Neuerlicher Abwertungsdruck kam aber erst auf, als die Überraschungszahlen aus den USA vermeldet wurden. Die Bauausgaben und der Einkaufsmanager-Index (ISM) stiegen unerwartet bzw. unerwartet stark an, was dem Dollar auf die Beine half und damit den Euro in die Knie zwang. Damit war ich spät in eine Short-Position manövriert worden. Mit dem Verlassen der 1.32er-Marke wurde ich in die Bewegung eingestoppt (zu 1,3190). Der Abwärtsdruck hielt an, doch obwohl ich schon recht weit vorne lag, endete dieser Trade im Minus.
Ich fühlte mich sehr wohl mit dem Trade in Trendrichtung. In diesen Situationen lasse ich der Position viel mehr Freiräume als bei einem Trade gegen den Trend. So verpasste ich diesmal den Ausstieg und der Stopp, den ich knapp oberhalb des Widerstands legte, wurde schließlich am Abend ausgelöst (bei 1,3208).
Gestriges Ergebnis: Verlust 18 Pips
EUR/USD - 30-Minuten-Chart
EUR/USD: Die gestrige Entwicklung beim Euro hat die Politiker nach der Rettungspaket-Einigung überrascht. Charttechniker sicher nicht.
Der US-Konjunktur geht es derzeit einfach besser, die letzten Veröffentlichungen zur Konjunkturlage belegen dies. Außerdem zieht die Griechenland-Krise und die Ratingabstufungen weiterer Länder der Eurozone die europäische Einheitswährung in die Tiefe.
Für heute stelle ich mich folgendermaßen auf: Oben deckelt die 38er-Durchschnittslinie (blaue Linie). Wird diese klar überwunden, so kaufe ich den Euro. Trades gegen den Trend werden nur mit kleineren Positionsgrößen durchgeführt, da deren Trefferquote niedriger ausfällt. Bereits an der 200er-Durchschnittslinie (lila Linie) könnte das Aufbegehren der Euro-Bullen enden. Gibt es Anzeichen dafür, werde ich die Position schließen und short gehen. Wenn nicht, gilt gleiche Vorgehensweise am nächsten Widerstand, der runden 1,33er-Marke.
Wahrscheinlicher ist aber die Fortsetzung des Short-Szenarios. Wird das gestrige Tagestief unterschritten, verkaufe ich den Euro. Am letzten signifikanten Tief - vom Mittwoch - oder direkt an der 1,31er-Marke entscheide ich dann, wie mit der Short-Position weiter verfahren wird. Die Position wird eingedeckt und ein Long-Einstieg gewagt, wenn sich die Euro-Bullen plötzlich wehren und den Euro nicht weiter fallen lassen. Ansonsten winkt die 1,30er-Marke mit der Zielflagge.
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Wirtschaftsdaten
(darauf sollten Sie heute achten)
Börsenfeiertag: Japan (Tag des Grüns)
07:00 Fresenius SE | Fresenius Medical Care Quartalszahlen
07:30 adidas | Linde | Hannover Rueckversicherung | Pfeiffer Vacuum Technology | Symrise | Gildemeister Quartalszahlen
08:00 Continental Quartalszahlen
08:00 DE: Einzelhandelsumsatz März m/m
Prognose: -0.1; zuletzt: 1.1
11:00 EWU: Erzeugerpreise Industrie März m/m
Prognose: 0.8; zuletzt: 0.1
11:15 EWU: Zuteilung des Hauptrefinanzierungsgeschäfts der EZB
13:00 Pfizer Inc (0,53) | Merck & Co Inc (0,75) Quartalszahlen
14:55 US: Redbook
15:00 EWU: Wochenausweis der Fremdwährungsreserven durch die EZB
16:00 US: Industrieaufträge März m/m
Zuletzt: 0.6
16:00 US: Anstehende Hausverkäufe März
19:00 US: Auktion vierwöchiger Bills
23:00 US: ABC Verbrauchervertrauen
Bei den Angaben zu den Unternehmenszahlen stehen die Analystenschätzung für einen Gewinn oder Verlust je Aktie in Klammern.
Soviel zur heutigen Vorbereitung. Jetzt gilt es die Eröffnung mit Spannung abzuwarten. Allen Lesern wünsche ich viel Glück.
Einen erfolgreichen Handelstag wünscht Ihnen
Till Kleinlein
Chefredakteur CFX Trader Kolumne
