EUR/USD wieder unter 1,34
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 7. April 2010, 12:00 Uhr
ENL5454
Nun hat es EUR/USD schon zum zweiten Mal nicht vermocht den seit Dezember bestehenden Abwärtstrend nachhaltig zu überwinden und ist mittlerweile wieder unter die Marke bei 1,34 abgesackt. Wieder kehrt das Misstrauen zurück, was insbesondere Griechenland heftig zu spüren bekommt.
Griechenland: die Probleme rücken wieder in den Fokus
Griechenland, das schon in der vergangenen Woche beim Anleihenverkauf enttäuschte, rückt nun wieder verstärkt in den Misstrauensfokus der Marktteilnehmer. Hatte sich der Markt zunächst noch über die EU/IWF-Hilfsmöglichkeiten gefreut, kommen nun neue Sorgen auf, in Bezug auf die tatsächliche Effektivität des Sicherheitsnetzes. Nach wie vor sind sich die EU-Mitgliedsstaaten nicht einig, wie genau denn eine mögliche konkrete Hilfe aussehen könnte. Während die Deutschen den Griechen einen möglichen Kredit nur zu Marktkonditionen bieten wollen, plädieren andere EU-Staaten für einen Discount.
Tatsächlich aber stellen die aktuellen Marktkonditionen das größte Hindernis für die Griechen dar. Mittlerweile ist der Vertrauensschwund so groß, dass ein massiver Abverkauf griechischer Staatsanleihen die Risikoaufschläge auf neue Höchststände getrieben hat. Die Renditen für 10-jährige griechische Staatsanleihen stiegen bis auf 7,16% - rund 404 Basispunkte über deutschen Staatsanleihen und damit der höchste Stand seit 1998. Aktuell handeln die Renditen bei 7,06 % - und damit rund 385 Basispunkte über deutschen Staatsanleihen. Das ist möglicherweise noch nicht das Ende der Fahnenstange. Die in Paris ansässige Axa Investment geht davon aus, dass, sollte sich Griechenland dafür entscheiden Anleihen in den USA zu verkaufen, die Renditen für 10-jährige griechische Dollar Bonds durchaus bis auf 7,25% steigen könnten.
Es sieht also nach wie vor nicht gut aus, für die Refinanzierung der Griechen!
Europas Wirtschaft stagniert
Dann wurde heute eine weitere Hiobsbotschaft verkündet: Eurolands Wirtschaft stagniert im 4.Quartal 2009 - unerwartet. Das BIP hat sich gegenüber dem 3.Quartal, als ein Wachstum von 0,4% ausgewiesen wurde, nicht verändert. Eine hohe Arbeitslosigkeit lässt die Ausgaben der Privathaushalte stagnieren, während die Regierungsausgaben um 0,1% gesunken sind. Dagegen stiegen allerdings die Exporte um 1,9% stärker als erwartet. Die Erholung kommt also nach wie vor nur langsam und holperig.
Alles in allem also nach wie vor kein besonders gutes Umfeld für den Euro. EUR/USD ist dementsprechend von über 1,3520 zu Beginn der Woche mittlerweile wieder unter 1,34 abgesackt, mit dem Tief heute Morgen bei 1,3355. Nachdem der Abwärtstrend durch das Unterschreiten der Marke bei 1,3490 nach wie vor erhalten bleibt, steht weiteres Abwärtspotenzial bis in den Bereich um 1,3270 im Raum. Aktuell notiert EUR/USD bei 1,3373. Unterstützungen ergeben sich bei 1,3360, 1,3325 und 1,3270. Widerstände finden sich bei 1,3400, 13420, 1,3445 und hernach im Bereich um 1,3490/1,35.
Quelle: CFX-Trader
