EUR/USD wieder auf dem Prüfstand!
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 16. April 2010, 12:00 Uhr
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Sie haben es wahrlich nicht leicht, die Griechen - und damit auch die gesamte Euro-Zone! Wieder haben sich sprichwörtlich die dunklen Wolken über Griechenland verdichtet (auch ohne Vulkan ;-) ). Ein neues Problem kann ich das nicht nennen, eher das erneute bewusst werden der nach wie vor angespannten Lage.
Wie ich am Mittwoch schon schrieb, ist das Enttäuschungspotenzial Griechenlands (und auch der Einheitswährung) nach wie vor hoch. Der Fokus ruht dabei vor allem auf den Anleihen mit längerer Laufzeit. Investoren dürften sich dessen bewusst sein, dass im Fall der Fälle (also sollte Griechenland von dem EU/IWF-Notfallplan Gebrauch machen) der IWF vor anderen Gläubigern an erster Stelle steht, wenn es um die Rückzahlung geht. Dementsprechend sind die Renditen auf griechische Anleihen mit längerer Laufzeit (obwohl mittlerweile deutlich zurückgekommen) immer noch sehr hoch.
Renditen auf 10-jährige Anleihen steigen wieder
Obgleich die Ausgabe von griechischen Staatsanleihen mit kürzerer Laufzeit am Dienstag relativ erfolgreich war, leiden gerade Anleihen mit längerer Laufzeit weiterhin deutlich. So stiegen gestern die Renditen auf griechische Anleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren auf 7,31% - ein Wert der deutlich über dem Level liegt, welches Investoren, noch vor der Ankündigung des EU/IWF-Rettungsplans, eingefordert hatten. Eine Entwicklung, die erschreckend ist und damit sowohl Papandreou, als auch die EU-Finanzminister erneut aufgeschreckt hat.
Papandreou will sich mit EU und IWF zu Gesprächen treffen
Offenbar hat sich Griechenlands Premier Papandreou derartig erschreckt, dass er sofort Rat (und Tat?) bei EU und IWF suchen will. Am Montag wird man sich in Athen zu Gesprächen treffen. Gegenstand der Gespräche? Man kann es sich wohl vorstellen, obwohl von griechischer Seite nach wie vor betont wird, man wolle seine Probleme lieber selbst lösen. Dennoch fragt Griechenland ganz offiziell nach präziseren Details des Notfall-Kreditplans. Man will wohl vorbereitet sein...und die Marktteilnehmer fragen sich indessen wohl nicht mehr nur, wann Griechenland die Hilfe annehmen wird, sondern auch ob die potenziellen Gläubiger, dann auch geschlossen zu ihrem Wort stehen (können). In Deutschland (und hierbei handelt es sich nun einmal um das Land, welches den Löwenanteil des EU-Kredits tragen wird) existiert nach wie vor eine starke Opposition gegen diesen Rettungsplan. Zudem rücken weiterhin die übrigen hoch verschuldeten Länder der Euro-Zone in den Fokus der Medien.
Alles in allem, also nach wie vor nicht gerade ein positives Szenario für den Euro. EUR/USD sackte gestern dann auch wieder deutlich ab, von 1,3660 bis auf 1,3522 im Tief. Heute handelte EUR/USD bislang im Tief bei 1,3512. Aktuell notiert EUR/USD bei 1,3536. Unterstützung ergibt sich bei 1,3530 und im Bereich um 1,35/1,3495. Sollte dieses Level unterschritten werden, dürfte weiterer Druck bis 1,3450/45 und schließlich in Richtung der 1,34 bestehen. Widerstände ergeben sich im Bereich um 1,3590/1,36 und 1,3640.
Quelle: CFX-Trader
