EUR/USD: Warten auf den Stresstest!
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 23. Juli 2010, 12:00 Uhr
ENL5454
Gestern schon konnte EUR/USD die Verluste vom Vortag wieder wettmachen. Heute sorgt der ifo-Geschäftsklimaindex für positive Stimmung, bevor die europäischen Banken-Stresstests veröffentlicht werden.
Kurzer Rückblick
Nachdem EUR/USD am Mittwoch bis auf 1,2731 im Tief gefallen war, sorgen gestern positive Daten aus Europa und wiederum negative Daten aus den USA für Erholung. Die Auftragseingänge der Industrie in der Eurozone sind um 3,8% gestiegen. Erwartet worden war ein Rückgang um 0,1%. Dagegen sind die US-amerikanischen Arbeitsmarktdaten nach wie vor entmutigend. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren auf 464.000 gestiegen. Erwartet worden war ein Anstieg auf 450.000. Auch die Frühindikatoren für Juni verhalfen, obwohl leicht besser ausgefallen als erwartet, nicht gerade zu großer Freude. EUR/USD stieg gestern in der Spitze bis auf 1,2932.
ifo überrascht positiv
Nach der gestrigen Spitze trudelte EUR/USD zunächst wieder behäbig unter die 1,29er Marke um dann angesichts der überraschend positiven Daten vom ifo-Geschäftsklimaindex (der Index stieg von 101,8 Punkten im Vormonat auf 106,2 Punkte im Juli) einen hübschen Sprung nach oben zu wagen. Die Spitze lag heute morgen bei 1,2964 - der Widerstandsbereich um 1,2950/50 hält das Währungspaar bislang auf, denn die Unsicherheit bezüglich der anstehenden Ergebnisse der Banken-Stresstests hält an.
Banken-Stresstests
Noch immer rätseln die Investoren ob die europäischen Banken-Stresstests nicht zu lasch ausfallen werden. Schließlich wurden die Tests nur zu einem Zweck durchgeführt: um dem Markt seine dringend benötigte Beruhigungspille zuzuführen.
Allerdings will der Marktteilnehmer zwar beruhigt, jedoch nicht betäubt werden! Dementsprechend wartet man nun fieberhaft auf die tatsächlichen Ergebnisse. Damit der Test nicht seine Glaubwürdigkeit verliert, müssten eigentlich mindestens ein paar Banken durchrasseln. Mit anderen Worten: zwar will man generell ein gutes Ergebnis, aber eines, das man auch glauben kann.
In Deutschland dürfte da wohl vor allem das Augenmerk auf der Hypo Real Estate ruhen. In Spanien dagegen stehen die Sparkassen im Fokus. Der spanischen Zeitung El Pais zufolge dürften tatsächlich 18 spanische Sparkassen durchgefallen sein.
Tja, man wird sehen...heute Nachmittag (oder vielleicht schon früher) kommt es auf den richtigen Spagat an. Fällt das Ergebnis generell schlecht aus, bedeutet das erneuten Druck auf die Einheitswährung - das ist klar. Fällt das Ergebnis aber zu gut aus, kratzt das an der Glaubwürdigkeit des Ganzen und bedeutet ebenfalls Abwärtsdruck auf die Einheitswährung. Die richtige Balance ist also entscheidend.
Aktuell notiert EUR/USD bei 1,2944. Je nachdem, wie die Testergebnisse ausfallen, wird sich zeigen ob EUR/USD die starke Widerstandszone um 1,2950/60 doch noch nachhaltig überwinden kann. Sollte das geschehen steht als nächstes die 1,3000 auf dem Plan. Im umgekehrten Falle gibt es erneut Druck auf den Euro, bis in den Bereich um 1,2800/04. Unterstützungen ergeben sich im Bereich um 1,2915/10 und 1,2860, sowie 1,2840. Sollte die 1,2800 ebenfalls nach unten durchbrochen werden, steht das Tief vom Mittwoch bei 1,2735 wieder auf dem Plan.
Quelle: CFX-Trader
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Benjamin Tobias (23.07. 2010 17:14 Uhr):
Hallo, ich bedanke mich herzlich für die täglichen sehr guten berichte, die auch einen TAGESAKTUELLEN bezug haben. so wie heute E/S-kurs nach ifo bzw. nach bankenstresstest. so gefällt mir ein newsletter. damit habe ich was "handfestes" in der hand. leider ist das bei manch anderen nicht mehr der fall. mehr kaffeklatsch und wetter als tagesaktueller bezug! bill bonner ist m.e. ein ganz übler!!! besten dank! best wishes Benjamin Tobias
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