EUR/USD: Wachstumsaussichten belasten
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 11. August 2010, 12:00 Uhr
ENL5462
Gestern gab es wahrscheinlich eines der wichtigsten FOMC-Meetings dieses Jahres. Dabei geht es weniger um die Fortsetzung der Nullzinspolitik, als vielmehr um die verhaltenen Aussichten für die US-Wirtschaft.
Wie pessimistisch ist die FED wirklich?
Gestern also die neuesten Ergebnisse und Entscheidungen der letzten Offenmarktausschuss-Sitzung der FED. Nicht überraschend hat die FED ihren Leitzins unverändert belassen. Was auch sonst?! Schließlich beharrt die FED schon seit längerem auf ihrer Nullzinspolitik - wohin sollte sie den Leitzins also noch absenken?!
Viel interessanter ist dagegen folgendes: die FED wird künftig, das bei Fälligkeit der hypothekenbesicherten Wertpapiere frei werdende Geld, gleich wieder in US-Staatsanleihen investieren. Zunächst wird die FED ausschließlich 2-10-jährige US-Anleihen aufkaufen.
Nun geht es hier zwar nicht um Riesensummen (vermutlich fließen pro Monat etwa 20 Millionen bis 15 Milliarden USD zurück in Staatsanleihen), außerdem will die FED ihre Bilanz nicht weiter aufblähen, aber das Zeichen, welches sie aussendet ist klar: Pessimismus!
Allerdings sollte dies auch niemanden überraschen, schließlich sind die US-Wirtschaftsdaten schon seit einiger Zeit wieder sehr schwach. Dennoch, dass die FED, die zwischenzeitlich sogar geglaubt hatte, angesichts der leichten Erholung, ihre Zinsen bald wieder anheben zu können, nun zähneknirschend eingestehen muss, dass es mit der großen Erholung nun erstmal nichts werden wird, scheint den Markt zu beeindrucken.
Die FED äußerte sich zwar vorsichtig verhalten, wie jede Notenbank, á la:"die Geschwindigkeit der Erholung könnte moderater ausfallen, als erwartet", doch der Markt geht inzwischen davon aus, dass das noch nicht alles an Begründung gewesen sein kann. Auch zur Inflation gab es nicht viel zu sagen. Diese bleibe gedämpft, so die FED.
Nun fragt sich der Markt: Was weiß die FED? Wie pessimistisch sind die Aussichten wirklich? Droht den USA vielleicht die nächste Rezession, oder schließlich sogar ein japanisches Jahrzehnt?
Das alles beunruhigt den Markt und wie immer, wenn der Markt Wachstumsängste hat (und zudem noch ein rückläufiges UK-Verbrauchervertrauen und ein etwas schwächeres chinesisches Industrieproduktionswachstum hinzukommen), dann reagiert er risikoaversiv und hält nach (vermeintlich) sicheren Assets Ausschau. Wie aktuell nach dem US-Dollar!
Zur gestrigen FED-Ankündigung hüpfte EUR/USD gestern zwar zunächst um 1 Cent nach oben, bis auf 1,3227 in der Spitze, gibt aber seitdem, angesichts dessen, dass sich die Marktteilnehmer nun immer stärker der Wachstumsgefahren bewusst werden, stetig wieder ab. Aktuell notiert EUR/USD bei 1,3008. Unterstützungen ergeben sich bei 1,3000 und im Bereich um 1,2960. Ein Unterschreiten der Unterstützungszone um 1,2800 und 1,2770 allerdings kehrt den übergeordneten positiven Trend um.
Quelle: CFX-Trader
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