EUR/USD: Verschnaufpause!
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 30. April 2010, 12:00 Uhr
ENL5454
Entwarnung kann man sicher noch nicht geben, aber zumindest hat sich der Sturm ein bisschen gelegt. Die Ankündigung, dass das Hilfspaket für Griechenland in ein paar Tagen fertig geschnürt sein wird, hilft zumindest kurzfristig, den Markt ein wenig zu beruhigen.
Während Papandreou verzweifelt versucht seinen Leuten klar zu machen, dass eine Anhebung des Rentenalters von 53! auf 67, sowie eine Kürzung des 13. und 14. Monatsgehalts wirklich unumgänglich ist, warnt Moody's schon einmal vor, dass auch von dieser Seite Abstufungen kommen könnten, sollten die Maßnahmen der griechischen Regierung nicht weit genug gehen.
Nun ja, zumindest wird EU-Kommissions-Präsident Barroso nicht müde zu betonen, dass die Hilfe nicht lange auf sich warten lassen wird. Ob Griechenland dann wirklich die 120 Milliarden Euro über 3 Jahre benötigen wird, wird sich zeigen.
Jedenfalls sieht es danach aus, dass Griechenland um jeden Preis gerettet werden wird, was andeutet, dass das schlimmste erst einmal vorbei ist.
Ob das schlimmste tatsächlich schon vorbei ist, wird sich allerdings erst zeigen müssen, vorerst betrachte ich die aktuelle Beruhigung, erst einmal als kurzfristige Erleichterungs-Zwischen-Rallye. Obwohl die Wirtschaftsdaten für Europa eigentlich gar nicht so schlecht aussehen, im Vergleich zu den USA und Japan, ist die zugrunde liegende Schuldenproblematik der Staaten noch lange nicht geklärt. Ein erneutes Aufflammen der Panikreaktionen und Domino-Ängste ist nach wie vor jederzeit möglich. Bleibt nur zu hoffen, dass sich wenigstens Moody's vorerst mit einem starken Downgrade zurück hält - eine erneute deutliche Abstufung der Griechen und womöglich auch der Kreditwürdigkeit weiterer europäischer Staaten, dürfte erneute Verunsicherung und Panikreaktionen auslösen.
Aber zumindest vorerst gönnt sich die Schulden-Griechenland-Problematik eine Verschnaufpause. Die griechischen Spreads sind gesunken, die Aktienmärkte haben ein wenig zugelegt und auch an den Devisenmärkten zeigt sich die heutige Risikofreude. USD und JPY geben ab, während EUR und Rohstoffwährungen wie AUD zulegen können.
EUR/USD eröffnete heute Morgen bei 1,3245 den europäischen Handel und konnte gestern im Hoch 1,3278 erreichen. Aktuell notiert EUR/USD bei 1,3314. Widerstände ergeben sich bei 1,3333, 1,3360 und schließlich im Bereich um 1,3400. Unterstützungen finden sich kurzfristig im Bereich um 1,3235/50, 1,3200 und schließlich 1,3144/50. Ein Bruch dieser Marke könnte weiteren Abwärtsdruck in Richtung der 1,3100 bedeuten.
Quelle: CFX-Trader
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Welkisch (03.05. 2010 09:32 Uhr):
Liebe Frau Kraus, Ihre Beiträge lese ich sehr aufmerksam und interessiert. Ich verstehe nur eines nicht und möchte dazu an Sie eine Frage loswerden! In den Medien spricht man immer wieder von Spekulanten, die Griechenland in den sogenannten Abgrund ziehen. Ich verstehe aber nicht wie man gegen Griechenland spekulieren kann. Kaufe Spekulanten viele risikoreiche griechische Anleihen, dann müßte doch der Zinssatz fallen und die Anlage wird noch riskanter? vorab Danke!
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