EUR/USD und das Wechselbad der Gefühle!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 21. Oktober 2011, 20:30 Uhr
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Ich frage mich, ob unsere Volksvertreter (allesamt) eigentlich wissen, was sie uns derzeit so antun. Na ja, ich rege mich nur auf, aber so manch anderer wurde diese Woche womöglich durch ein wahres Wechselbad der Gefühle gezogen.
Seelische Grausamkeit
Zumindest kann man diesen Eindruck gewinnen, wenn man EUR/USD beobachtet. Mal hü, mal hott, mal hoch, mal runter, mal Hoffen, dann wieder Bangen...das ist ja schon bald seelische Grausamkeit, was die Politik da veranstaltet.
Zuerst wird von großen Plänen geplaudert, dann von Millimeterarbeit, dann wird mit Hebeln um sich geworfen, mit Bankenlizenzen und Teilkasko-Versicherungen, bis die Politiker selber nicht mehr durchblicken. Überdies weiß keiner, ob die Angie jetzt überhaupt was entscheiden kann, mit Ausnahme der Blockade der Pläne vom Nic. Nichts desto trotz, will man jedem, der noch zuhören mag, weis machen, dass es absolute keine Differenzen in der herzlichen Freundschaft zwischen Angie und Nic gibt. Zwischendurch quatscht aber dann trotzdem noch der Juncker rein und findet das Krisenmanagement von Angie und Nic einfach nur noch desaströs.
Und mir wird langsam schwindlig...ich komme mir schon vor, wie in einer Seifenoper.
Was klar ist...
Die werden am Wochenende nicht das Kaninchen aus dem Hut zaubern und wohl auch nächste Woche nicht. Sie werden sich auf irgendwas einigen (hoffentlich), was wiederum zeigen wird, dass sie der Realität immer noch hinterher hinken. Das ist aber nur für mich klar!
Was tatsächlich klar ist...
...Frankreich muss aufpassen. Zwei Warnungen seitens der Rating-Heinis gab es schon und derzeit sieht es nicht so aus, als könnte sich die fiskalische Lage in Frankreich sehr bald bessern. Doch wenn es tatsächlich zu einer Abstufung der französischen Bonität, vielleicht irgendwann nächstes Jahr, kommen sollte, dann Gute Nacht!
Neben dem europäischen Hin und Her, trugen dann zwischenzeitlich auch noch die Querelen zwischen den Amis und den Chinesen zum emotionalen Wechselbad der Marktgefühle bei. So drohten die Amis den Chinesen mit Sanktionen, wenn die nicht ihre Währung aufwerten, woraufhin Meldungen die Runde machten, dass die Chinesen (jetzt ernsthaft sauer) über Möglichkeiten diskutieren, ihre Dollar-Positionen loszuwerden.
(Liebe EU-Mitbürger, vielleicht tröstet sie das: die Politiker haben überall einen Knall!...wobei ich es hier eher mit den Chinesen halte...)
Die Griechen bekommen ihre 8 Milliarden Euro
Und nach einer emotionalsten Wochen dieses Jahres, kam dann am Freitag Abend die Meldung, die offenbar dazu gedacht sein soll, die Märkte wenigstens noch über das Wochenende zu beruhigen: die Griechen bekommen trotz allem (laut Eurostat lag das Defizit der Griechen in 2010 sogar bei 10,6% vom BIP, statt 10,5%) ihre nächste Finanztranche.
Na ja, war eigentlich klar! Ausgerechnet jetzt will man sicher nicht den griechischen Knall provozieren..der kommt erst später.
EUR/USD
Nun ja, derartig getrieben von der Politik verhielt sich dann auch EUR/USD in dieser Woche entsprechend und handelte munter in einer extrem breiten Spanne zwischen 1,3650 und 1,3900 hin und her.
EUR/USD (30 Minuten)
Quelle: CFX-Trader
Aktuell notiert das Währungspaar bei 1,3860. Wir werden sehen, ob EUR/USD diese breite Spanne bald verlassen darf - ich befürchte es wird vieles auch weiterhin von der Politik abhängig bleiben.
So long liebe Leser....mein Rat: erwarten Sie nichts von diesem Wochenende, dann werden Sie auch nicht enttäuscht...und wenn die Politik dann doch irgend etwas Positives hinbekommt, dann freuen wir uns umso mehr...liebe Grüße und bis nächsten Montag...
Ihre Miriam Kraus