EUR/USD: unberechenbar geht es weiter
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 29. November 2010, 08:30 Uhr
Der Aktienmarkt klammert die europäische Schuldenkrise weiter aus, die europäische Gemeinschaftswährung wird aber weiter unter Druck gesetzt. Auf das Irland-Rettungspaket gibt es auch keine Reaktion. Der Euro hat sogar zu Wochenbeginn die 1,32er-Marke kurz nach unten verlassen. Aktuell liegt er zwar wieder höher, doch am Short-Modus hat sich durch die Hilfsmaßnahme nichts geändert. Am Freitag hatte ich noch zwei Trades in Trendrichtung angesetzt, doch Summasummarum brachte es nichts ein. So krass darf man es aber auch nicht sehen: Hauptsache keinen Verlust gemacht! Der Euro bzw. seine Bewegungen sind derzeit unberechenbar - mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine da -, und da bin ich durchaus zufrieden, wenn am Monatsende nur ein kleiner Gewinn eingefahren werden kann. Die Gefahr derzeit ist, zu früh eine vermeintliche Chance auf der Long-Seite nutzen zu wollen. Charttechnisch ist da durchaus noch viel Platz nach unten gegeben, obwohl einige Indikatoren den Euro schon überverkauft sehen. Ein 50%-Rücklauf vom letzten signifikanten Hoch (Anfang November) endet etwa erst bei 1,3075.
Aktuell wird die kleine
Ergebnis v. Freitag: Gewinn 7 Pips
EUR/USD - 30-Minuten-Chart - CFX Trader
EUR/USD: Auch das Rettungspakte rettet den Euro vorerst nicht vor weiteren Verlusten.
Aktuell wird die kleine Gegenbewegung an der 38er-Durchschnittslinie (blaue Linie) ausgebremst. Sollte es weiter nach oben gehen, dann gehe ich long, wenn auch noch der Widerstand bei 1,3280 aus dem Markt genommen wird. Dann ist die Kurs-Barriere bei 1,3335 mein Ziel und dort Gewinnmitnahmen wahrscheinlich. Dort werden es die Euro-Bullen schwer haben, denn etwas darüber verläuft gegenwärtig auch noch die 200er-Durchschnittslinie (lila Linie) - der kleine Ausreißer vom Wochenende hatte mit dem Treffen der EU-Finanzminister bzw. dem Rettungspaket für Irland zu tun und ist daher für weitere Überlegungen uninteressant. Geht es über den Widerstand bei 1,3335 bleibe ich aber long investiert und gebe dem Euro die Möglichkeit, sich bis an die 1,34er-Marke heranzuwagen - ein Nachziehen des Stopps ist dabei aber selbstverständlich.
Einen Trade in Trendrichtung nehme ich vor, wenn das Tagestief aus dem asiatisch geprägten Handel unterboten wird. Dann rechne ich mit einem Rückgang auf Tagesbasis bis mindestens 1,3120 oder 1,31. Können sich die Euro-Bullen an einer dieser horizontalen Unterstützungslinien wieder fangen, bin ich bereit, die dann mögliche Gegenbewegung zu traden - jedoch nur mit einer sehr kleinen Positionsgröße, da Trades gegen einen so starken Trend eine schlechtere Erfolgsaussicht haben, als Trades in Trendrichtung. Gibt es an den genannten Auffanglinien keine Gegenwehr, so bleibe ich short investiert und die 50er-Fibo-Linie bei 1,3075 ist dann das erklärte Ziel der Euro-Bären.
Wirtschaftsdaten
(darauf sollten Sie heute achten)
08:00 C.A.T. Oil Quartalszahlen
10:30 DE: Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW), Konjunkturumfrage Herbst
11:00 EWU: Wirtschaftsstimmung November
Prognose: 104,9; zuletzt: 104,1
11:00 EWU: Verbrauchervertrauen November
Prognose: -11; zuletzt: -10
11:00 EWU: Geschäftsklimaindex November
Prognose: +1,06, zuletzt: +0,98
15:30 EWU: EZB Ankündigung Haupt-Refi-Tender
Soviel zur heutigen Vorbereitung. Jetzt gilt es die Eröffnung mit Spannung abzuwarten. Allen Lesern wünsche ich viel Glück.
Einen erfolgreichen Handelstag wünscht Ihnen
Till Kleinlein
Chefredakteur CFX Trader Kolumne
