EUR/USD: trügerische Erholung?
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 11. Juni 2010, 12:00 Uhr
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Der Euro hat seit gestern Fahrt aufgenommen und notiert nach wie vor über der 1,21er Marke. Kein Wunder, denn von vielen Seiten gab es unterstützende Nachrichten. Doch ob das so bleibt, ist fraglich!
Erholung zum Wochenende
Vom gestrigen Tief bei 1,1957 setzte sich EUR/USD rasch nach oben hin ab, bis auf 1,2146 in der Spitze. Angesichts des nahenden Sommer- und ersten Fußball-WM-Wochenendes ist zumindest ein Teil der Marktteilnehmer etwas milder gestimmt und im Grunde schon mit einem Fuß im freien Wochenende. Viele Marktteilnehmer bevorzugen es, erst einmal Vola-Short ins Wochenende zu gehen, allgemein ist die Partizipation nicht die höchste.
Doch es gibt auch positive News, welche die Zwischenerholung unterstützen. Wie zum Beispiel Kommentare von FED-Chef Bernanke, der mit einer weiteren US-Wirtschaftserholung in den kommenden Monaten rechnet.
Ähnlich positive Kommentare gab es auch von Seiten der EZB. EZB-Chef Trichet gab sich auf der gestrigen Pressekonferenz insgesamt zumindest verhalten optimistisch. Die Wachstumsprognosen für die Eurozone wurden leicht nach oben revidiert. Allerdings, so Trichet, rechne er auch mit weiter anziehenden Exporten. Tatsächlich sind beispielsweise deutsche Exporte nach China gestiegen.
Den Zinssatz belässt die EZB weiterhin bei 1%, was der Markt wohl ebenfalls als positives Zeichen, für eine weiterhin geringe Inflation und eine ausreichende Bereitstellung von Liquidität deutet. Dazu trägt auch bei, dass die EZB überdies angekündigt hat, künftig zusätzliche 3-Monats-Tender zur Verfügung zu stellen, um mögliche Liquiditätsengpässe zu vermeiden.
Ebenfalls dürfte die letzte Staatsanleihenausgabe Spaniens positiv gestimmt haben. Spanien platzierte Anleihen in Höhe von 3,9 Milliarden Euro, mit einer Laufzeit von 3 Jahren, wobei die Auktion fast um das Doppelte überzeichnet war.
Eine weitere Erklärung ist wohl auch, dass der Markt zuvor bereits deutlich stark short positioniert war. Eindeckungskäufe haben mit Sicherheit ebenfalls zur EUR/USD-Unterstützung beigetragen.
Allerdings ist es fraglich, ob es sich bei der aktuellen Entwicklung nicht doch nur um eine Zwischenerholung handelt, die, sobald wieder erste negative Meldungen auf die Tagesordnung treten, erneut relativ schnell verpufft. Schließlich sind die grundlegenden Sorgen bezüglich der Schuldenkrise noch längst nicht überwunden.
Aktuell notiert EUR/USD bei 1,2127. Eine interessante Marke dürfte bei 1,2145/50 liegen, die sowohl als Widerstand- als auch Unterstützungsmarke dienen kann. Sollte diese Marke nach oben durchbrochen werden können, liegen die nächsten Widerstände bei 1,2183/1,2200 und hernach 1,2277 und 1,2350. Unterstützungen ergeben sich bei 1,2100, 1,2017 und hernach wieder bei 1,1950 und 1,1908 und schließlich das Tief bei 1,1875.
Quelle: CFX-Trader
