EUR/USD: Teilverkauf bei 1,4304 vorgenommen
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 13. August 2009, 17:30 Uhr
EUR/USD
Heute wurde die gestern begonnen Aufwärtsbewegung weiter fortgesetzt. Zwei Drittel der scharfen Korrektur vom vergangenen Freitag wurde bereits wieder zurückerkämpft. Allmählich kommt das Jahreshoch wieder in Reichweite.
Heute morgen hatte ich es angekündigt: Für den Euro sieht es nicht schlecht aus. Es fehlte mir aber noch ein weiterer Impuls, um long einzusteigen. Die 1,42er-Marke und die beiden gleitenden (exponentiellen) Durchschnitte (38er- und 200er) waren zu diesem Zeitpunkt bereits überwunden. Mit dem Sprung über das gestrige Tageshoch war dann aber endgültig der Auslöser für eine Positionseröffnung gegeben. Zu 1,4254 war ich investiert.
Die heutigen Veröffentlichungen zur Konjunkturlage spielen dem Euro in die Karten. Aktuell versucht der Euro erneut die 1,43er-Marke nach oben zu verlassen, nachdem er noch vor wenigen Stunden an dieser glatten Marke gescheitert war. Ich nehme nun einen Teilverkauf bei 1,4304 vor. Die restliche Position wird unter der 38er-Durchschnittslinie (blaue Linie) abgesichert.
Ergebnis: offener Trade
(Nachtrag: Gewinn 68 Pips aus gestrigem Long-Trade)
EUR/USD - 30-Minuten-Chart
EUR/USD: Stufenweise klettert der Euro (gegen den Dollar) weiter nach oben. Selbst das Jahreshoch rückt wieder in Reichweite.
Gastbeitrag: Mittelfristige Aussichten
von Sven Weisenhaus
Liebe Leserinnen und Leser,
in meinem letzten Gastbeitrag musste ich Ihnen meine völlige Ahnungslosigkeit gestehen. Nicht was das Thema Aktienmärkte und Börse generell angeht, sehr wohl jedoch wie ich die künftige Entwicklung sehe. So bin ich tendenziell eher von einer Seitwärtsbewegung ausgegangen, musste aber einräumen, dass ich dies lediglich für das wahrscheinlichste von vielen Szenarien erachtete.
Schauen wir uns einmal an, wie sich die Börsen seit dem letzten Beitrag vom 21.07.2009 entwickelt haben: Alle großen Indizes sind dynamisch weiter gestiegen. Und das in einem Tempo, welches auf Dauer nicht gesund sein kann. Der Dax ist von März bis August um fast 50 % gestiegen. Rechnet man dies auf eine Jahresrendite hoch, kommt man locker auf über 120%. Alleine in den letzten 30 Tagen waren es rund 900 Punkte und damit fast 20%. Geschuldet dürfte dies aus dem Fehlsignal der SKS und dem gelungenen Bruch des Abwärtstrends sein. Für den Dow gilt ähnliches. Der S&P hat die magische Marke von 1000 Punkten sogar überschritten. Einen derartig steilen Anstieg der Märkte gab es in der Geschichte bisher erst ein einziges Mal. Und das ist über 30 Jahre her. Allerdings ist die Bewegung nicht im Einklang mit den fundamentalen Daten aus der Wirtschaft.
Nehmen wir als Beispiel die Arbeitslosenzahlen aus den USA. Sie werden zwar positiv interpretiert, aber nur weil sie besser ausgefallen sind als erwartet. Tatsächlich ist es jedoch in den USA zu einem Abbau(!) von 247.000 Stellen gekommen. Wo der 4-Wochen-Durchschnitt liegt, möchte ich hier besser gar nicht erst erwähnen. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist letzte Woche auf 550.000 zurückgegangen. Analysten hatten auch hier mit einem Rückgang auf 580.000 Anträge gerechnet. Der ISM-Dienstleistungsindex sank im Juli auf 46,4 Punkte. Die Leitzinsen bleiben bisher unverändert auf niedrigem Niveau. Auch dies ist kein Anzeichen für eine blühende Weltwirtschaft. Stattdessen deutet dies eher auf die von mir bereits erwähnte liquiditätsgetriebene Rallye hin.
So sehe ich das auch weiterhin. Allerdings sehe ich inzwischen etwas klarer als noch vor knapp 2 Wochen. Die Aufwärtsdynamik nimmt langsam ab, die Börsenumsätze sind gering und der VDAX liegt auf niedrigem Niveau. Zwar kann man auch eine umgekehrte SKS-Formation (blauer Rahmen) im Dax sehen, die auch von vielen Analysten bereits angesprochen wird und noch einiges an dynamischem Aufwärtspotential versprechen würde, aber wo werden die Märkte stehen, wenn auch diese SKS wieder nur ein Fehlsignal liefert (zumal ich diese Formation nicht für realistisch halte, mir fehlt die Symmetrie). Und auch vor diesen Fehlsignalen in den Sommermonaten hatte ich bereits gewarnt. Jetzt steht der September vor der Tür, der häufig als schlechter Börsenmonat betitelt wird.
Im Chart habe ich Ihnen die Fibonacci-Retracements eingezeichnet. Sie sehen, dass wir im DAX (2-Jahres-Chart) gerade recht exakt 38,2% der Abwärtsbewegung korrigiert haben (grüne Linie). Die grüne Linie zeigt Ihnen auch, weshalb Herr Kleinlein die Marke um die 5.300 Punkten ebenfalls für derart relevant hält.
Dax - Tageschart
Dax (DAX.I): 38,2% der kräftigen Abwärtsbewegung wurden bereits korrigiert.
Damit gebe ich nun einen mehr oder weniger konkreten Tipp ab:
Ziehen Sie den Kopf ein (die Stopps nach) und bereiten Sie sich auf noch einmal deutlich niedrigere Kurse vor, wenn die Linie von 5.300 Punkten deutlich (Schlusskurs) unterschritten wird. Dazu passt auch, dass Korrekturbewegungen meist in 3er-Wellen ablaufen. Damit wäre auch das Szenario der Seitwärtsbewegung wieder aktuell. Die roten Pfeile zeigen den von mir erwarteten Kursverlauf der nächsten Wochen. Die ersten beiden Bewegungen halte ich für sehr wahrscheinlich. Die grüne Trennlinie soll Ihnen verdeutlichen, dass die anderen beiden Pfeile zu weit in der Zukunft liegen, um heute eine sinnvolle Prognose abgeben zu können. Die vorweggenommene SKS-Formation würde zu diesem Szenario sehr gut passen und im Rahmen der Seitwärtsbewegung die vielen Tiefs bei 4.000 Punkten ansteuern.
Das hier skizzierte Szenario wird nicht sofort eintreten (wenn überhaupt), weil zuletzt noch ein neues Hoch erreicht wurde. Damit ist die Aufwärtsbewegung natürlich weiterhin intakt. Vielleicht bekommen wir noch eine eindeutige Topbildung geliefert. So lange kann man noch freudig an den steigenden Kursen partizipieren. Ich persönlich habe zumindest jetzt schon ein paar Long-Positionen aus dem Markt genommen.
Tagesfazit: Entspannung angesagt
Die letzten beiden Tage verliefen wieder gut. Damit entspannt sich die Lage bezüglich meiner Monatsperformance. Diese ist wieder recht ordentlich in den grünen Bereich vorgedrungen. Doch Vorsicht: Der Börsenmonat kann noch viele böse Überraschung bereithalten.
Bis morgen
Till Kleinlein
Chefredakteur CFX Trader Kolumne