EUR/USD: Stimmungsschwankungen!
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 30. Juni 2010, 12:00 Uhr
ENL5454
So schnell kann es manchmal gehen: gestern standen wieder Sorgen auf dem Plan und heute kann die EZB schon wieder ein bisschen Freude zaubern. Nun ja, die Märkte sind nun einmal anfällig für Stimmungsschwankungen.
Gestern noch Sorgen!
Gestern sorgten wieder eine ganze Reihe an News für Sorgen. Da gab es einmal die chinesischen Frühindikatoren für April. Wenn ausgerechnet chinesische Daten enttäuschender ausfallen, als erwartet, dann rutscht der Markt schnell in eine depressive Verstimmung. China, die Volkswirtschaft, welche das Wachstum der halben Welt anregen soll, darf einfach keine Wachstumsängste auslösen. Doch so ist es wieder einmal geschehen und der Shanghai Composite Index brach prompt um über 4% ein.
Und dann auch noch die Amerikaner! Das US-Verbrauchervertrauen ist gesunken. Kunststück, angesichts eines nach wie vor schwachen Arbeitsmarktes...Dennoch, derartige Meldungen versetzen die Marktteilnehmer dann zusätzlich in Angst und Risikoaversion.
Und natürlich gab es dann auch wieder erneute Sorgen um griechische Staatsanleihen und europäische Staatshaushalte. Immer das gleiche, eben! Nun ist die Unsicherheit in Bezug auf die griechischen Bonds ja auch nicht unbegründet. Wenn die als Junk-Bonds aus verschiedenen Indizes rausfallen, dann müssen die Indexfonds diese eben verkaufen. Doch wegen der Abnehmer sollte man sich wohl keine Sorgen machen, so lange nach wie vor die EZB bereit steht. ;-) Allerdings macht das schon die nach wie vor bestehende Problematik deutlich.
Jedenfalls hat die schlechte Stimmung, von den Aktienmärkten ausgehend, natürlich auch den Euro wieder unter Druck gesetzt. EUR/USD rutschte somit gestern im Tief bis auf 1,2150.
Heute allerdings...
...kann die EZB schon wieder für ein bisschen Erleichterung sorgen. Denn, tatsächlich muss sie gerade weniger Geld an die Banken verleihen, als angenommen. Die EZB vergibt Kredite mit einer Laufzeit von 3 Monaten an die Banken, zu einem Zinssatz von 1%. Banken untereinander, leihen sich Geld für den gleichen Zeitraum, zu einem Zinssatz von 0,76%.
Nun ging bislang allerdings wieder die Angst unter den europäischen Banken um. Da man nicht weiß, wer auf welchen faulen Staats- oder Bankenpapieren sitzt, ist das Vertrauen untereinander nicht sehr groß. Deshalb springt hier generell die EZB ein und hält die Banken liquide.
Nach der heutigen Veröffentlichung, die eine nachlassende Nachfrage der Banken an EZB-Geld aufzeigt, scheint sich also ein Funken der Hoffnung abzuzeichnen.
Jedenfalls wird der Umstand, dass die EZB nur 131,9 Milliarden Euro an die Banken für 3 Monate verleiht (was deutlich weniger ist, als angenommen), als deutlich positiv aufgenommen, was natürlich dem Euro aktuell wieder etwas Auftrieb verschafft.
Aktuell notiert EUR/USD bei 1,2290. In der Spitze notierte das Währungspaar heute bei 1,2303. Nun gilt es abzuwarten ob die 1,23er Marke heute doch noch nachhaltig überschritten werden kann. Unterstützung findet sich im Bereich um 1,2275/85 und 1,2245/55, schließlich um 1,2200 und eine starke Unterstützung im Bereich um 1,2150 (dem gestrigen Tief). Auf Widerstand trifft EUR/USD im Bereich um 1,2300 und schließlich im Bereich um 1,2465.
Quelle: CFX-Trader
ähnliche Beiträge:
- Stimmungsschwankungen
- Die Sorgen sind zurück...
- Rohstoffe Wochenrückblick: Energie und Metalle
- EUR bleibt anfällig und UK-Haushaltsdefizit weitet sich aus
- Stimmungsschwankungen am Markt
- Stimmungsschwankungen: EUR kommt nach Verlusten leicht zurück
- Stimmungsschwankungen: USD wieder leicht unter Druck
- Goldpreis kommt Allzeithoch näher
- Ausblick: Öl, Gold, Silber, Kupfer
