EUR/USD: Stabilisierung an der 1,36er-Marke?
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 12. November 2010, 08:30 Uhr
Es gibt mal wieder Rekorde zu vermelden: Beim Blick auf den Chart ist klar: Den Rekord hat sich der Euro sicher nicht verdient. Die Sorge um Zahlungsausfälle hat die Rendite für irische, portugiesische und spanische Staatsanleihen auf Rekordniveau ansteigen lassen und den Euro weiter nach unten gedrückt. Seit 7.00 Uhr versucht er sich an der 1,36er-Marke zu stabilisieren.
Ich hatte gestern mit meinem Short-Trade, den ich einging, als die Unterstützungszone bei 1,3760/55 unterschritten wurde, auf das richtige Pferd gesetzt. Doch hatte ich nur wenig Zeit zum Traden und so sicherte ich mir einen kleinen Gewinn als es zwischenzeitlich nicht unter 1,3720 gehen wollte. Nach dem Re-Test (auch die 38er-Durchschnittslinie erwies sich als Widerstand) kannte der Euro dann nur noch eine Richtung. Allmählich nähern sich die Indikatoren auch in höheren Zeitfenstern (etwa im Tageschart) dem überverkauften Extrembereich und irgendwann muss dieses Gemetzel ja auch ein (vorübergehendes) Ende finden. Doch wann dieser Tag eintrifft, bestimmen nicht wir, sondern der Markt selbst. Uns bleibt nichts anderes übrig, wie den Chart zu beobachten und uns daraus unsere Rückschlüsse zu ziehen. Und wenn er dann die Botschaft Erholungsbewegung ausruft, möchte ich dabei sein.
Ich bleibe dabei, dass ich die 38er-Durchschnittslinie (blaue Linie) als Trigger-Linie verwende. Wird der Euro über die Linie geschickt, gehe ich also long - eine weitere Bedingung für diesen Long-Einstieg ist, dass auch der Widerstandsbereich bei 1,3635 überwunden wird. Nahziel ist dann die 1,37er-Marke, wobei eine Teil-Gewinnmitnahme in diesem extrem shortlastigen Umfeld mit einer Long-Position wahrscheinlich ist. Bei 1,37 trifft die europäische Gemeinschaftswährung dann auch eine erste Bewährungsprobe: Wird der Euro dort abgeschmettert, bin ich auch wieder bereit, Long-Positionen zu schließen und short zu gehen. Gelingt aber der Sprung über die runde Kurs-Marke, steht ein weiterer Anstieg bis mindestens 1,3760 an.
Wird der Euro, nachdem er zuvor hochgekauft wurde, wieder fallengelassen, gehe ich short, sobald die 1,37er-Marke von oben nach unten durchbrochen wird. Ebenfalls short ist angesagt, wenn das heutige Tief knapp unterhalb der 1,36er-Marke unterschritten wird. Nach deutlich tieferen Notierungen gehe ich long, sofern die 1,36er-Marke zurückerobert werden kann. Beim Short-Szenario sind bei 1,3560 und 1,35 die nächsten starken Unterstützungen anzutreffen. Kommen hier die Euro-Bären nicht weiter voran, decke ich Short-Positionen ein und gehe vorsichtig (kleine Positionsgröße) long. Hält der Short-Trend weiter an, ist mit einem Rückgang bis 1,3335 oder 1,3280 in nicht allzu langer Zeit zu rechnen.
Gestriges Ergebnis: Gewinn 12 Pips
EUR/USD - 30-Minuten-Chart - CFX Trader
EUR/USD: Der Chart gibt vor, was derzeit gespielt wird. Die Euro-Abwertung hält weiter an.
Wirtschaftsdaten
(darauf sollten Sie heute achten)
07:00 EADS | Medion | Q-Cells | SMA Solar | Bauer |HHLA | Homag | Julius Baer
H&R Wasag | Versatel | Solon | Medigene | MPC | EnBW | SKW Stahl | Wacker Neuson Quartalszahlen
07:30 Salzgitter | Bechtle Quartalszahlen
08:00 IVG Immobilien Quartalszahlen
08:00 DE: Bruttoinlandsprodukt 3. Quartal q/q
Prognose: 0.8; zuletzt: 2.2
11:00 EWU: Industrieproduktion September m/m
Prognose: 0.3; zuletzt: 1.2
11:00 EWU: BIP 3. Quartal q/q
Prognose: 0.5; zuletzt: 1
15:55 US: Verbraucherstimmung Uni Michigan November
Prognose: 69; zuletzt: 67.7
20:30 US: Commitment of Traders
Bei den Angaben zu den Unternehmenszahlen stehen die Analystenschätzung für einen Gewinn oder Verlust je Aktie in Klammern.
Soviel zur heutigen Vorbereitung. Jetzt gilt es die Eröffnung mit Spannung abzuwarten. Allen Lesern wünsche ich viel Glück.
Einen erfolgreichen Handelstag wünscht Ihnen
Till Kleinlein
Chefredakteur CFX Trader Kolumne
