EUR/USD: Schwankungen!
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 23. Februar 2011, 12:00 Uhr
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Die Schwankungsbreite an den Märkten steigt, wie erwartet. So darf es kaum mehr verwundern, wenn EUR/USD, wie gestern, an einem Tag erst um fast 1 Big Figure fällt und dann wieder um fast 2 Big Figures steigt, vom Tief zum Hoch. Und dies, ohne dass tatsächlich nennenswerte Begründungen vorliegen.
Doch Begründungen finden sich natürlich vor allem im Nachhinein trotzdem immer, folglich werde ich diese auch heute anführen.
Libyen
Die sich verschärfenden Unruhen in Libyen haben gestern dann wohl offenbar doch noch dazu beigetragen den Euro, im Hinblick auf den alten USD-positiven Flucht-Trade, unter Druck zu setzen. So fiel das Währungspaar EUR/USD gestern von 1,3683 bis auf 1,3523 im Tief.
EZB-Kommentare
Dann allerdings trat EZB-Ratsmitglied Yves Mersch auf den Plan und erzählte der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass er sich Sorgen um die wachsende Teuerung in der Eurozone mache."Ich wäre nicht überrascht, wenn wir die Sprachregelung zur Inflation etwas ändern müssten", so Mersch.
Das hat Mersch mit dieser Aussage aber bereits getan und spätestens als sich im Anschluss noch weitere europäische Notenbanker mit Aussagen, die durchweg als hawkish eingestuft wurden, zu Wort gemeldet hatten, konnte der Euro wieder zulegen. EUR/USD stieg so vom gestrigen Tief bei 1,3523 bis auf 1,3702 gestern in der Spitze und notiert aktuell sogar wieder bei 1,3734.
Der Markt erhofft sich also offenbar, dass die EZB lieber früher als später eine Zinsanhebung durchführt und den Markt zuvor mit der entsprechenden Rhetorik auch bei Laune hält.
In der Realität steht die EZB aber immer noch vor dem gleichen Dilemma: hebt sie die Zinsen zu früh an oder strafft sie zu früh die Geldpolitik, dann belastet dies den bereits schwachen wirtschaftlichen Ausblick der Problem-Mitgliedsstaaten zusätzlich und dürfte dann auch die nach wie vor ungelöste Schuldenproblematik weiter anheizen. Zudem ist nicht gesagt, dass sich Zweitrundeneffekte durch eine Zinsanhebung verhindern lassen, wenn wir es doch (Zitat EZB-Mitglied Bini Smaghi) "mit einer importierten Inflation" zu tun haben.
Aber Kanzlerin Merkel denkt zumindest auch noch über die Schuldenproblematik nach und will offenbar mit den anderen Regierungsoberhäuptern über eine mögliche Verlängerung der Hilfen für Griechenland sprechen.
EUR/USD steht nun kurz vor dem nächsten Widerstandsbereich um 1,3745 und hernach 1,3779. Ein Bruch könnte weiteres Aufwärtspotenzial bis in Richtung der 1,3860 mit sich bringen. Unterstützung findet EUR/USD bei 1,3720 und 1,3625.
EUR/USD (30 Minuten)
Quelle: CFX-Trader
