EUR/USD: Rückschläge!
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 21. Juli 2010, 12:00 Uhr
ENL5454
Die Marke bei 1,30 EUR/USD entpuppt sich bisher als zu stark. Gestern konnte das Währungspaar zwar noch einmal bis auf 1,3028 in der Spitze laufen, musste dann allerdings wieder herbe Rückschläge verkraften und fiel heute bis auf 1,2817 im Tief.
US-Daten enttäuschen zwar weiterhin...
Die Konjunkturdaten aus den USA sind weiterhin enttäuschend. Die Baubeginne verfehlten mit 549.000 die Prognosen der Analysten. Das ABC-Verbrauchervertrauen hat sich von -44 auf -45 Punkte abgeschwächt. Und auch für die morgen zur Veröffentlichung anstehenden Daten vom Arbeits- und Immobilienmarkt sind die Erwartungen nicht gerade optimistisch.
Heute ruht der Fokus zwar vornehmlich auf der anstehenden Rede von FED-Chef Bernanke vor dem Finanzausschuss des US-Senats - doch, angesichts der wiederkehrenden Double-Dip-Befürchtungen, schrumpfen auch die Erwartungen auf eine baldige Zinsanhebung wie Eis in der Sonne. Mittlerweile wird sogar erwartet, dass die FED sich dazu entschließen könnte, weiterhin Liquidität in den Markt zu pumpen.
Alles in allem eigentlich Entwicklungen, welche dazu angetan sind, den US-Dollar weiter unter Druck zu setzen. Auch der überragende Start in die US-Berichtssaison hat (von ein paar Ausnahmen, wie Apple, abgesehen, die dazu beitragen, zumindest dem Aktienmarkt leichte Unterstützung zu bieten) deutlich an Dynamik nachgelassen.
...doch auch in Europa ist noch nicht alles Gold, was glänzt!
Da hat Ungarn so seine Probleme mit dem IWF, Irland bekam von Moody's einen auf den Rating-Deckel und man macht sich so seine Gedanken über die Glaubwürdigkeit der Banken-Stress-Tests.
Tja, nun ist Ungarn aber kein Euro-Land, werden die ständigen Abstufungen europäischer Länder durch Rating-Agenturen langsam langweilig und dass Banken in Banken-Stress-Tests wohl grundsätzlich eher mit einem Augenzwinkern durchrutschen, sollte doch auch jedem klar sein.
Grundsätzlich sind die US-amerikanischen Probleme zumindest einmal nicht weniger gravierend, wenn nicht sogar wesentlich gravierender, als jene Europas. Es bleibt also abzuwarten, ob es sich bei der aktuellen EUR/USD-Entwicklung nicht mittelfristig doch nur um eine Konsolidierungsphase vor weiteren Kursanstiegen handelt.
Aktuell notiert EUR/USD bei 1,2812. Da die Unterstützung bei 1,2820 nicht gehalten hat, besteht allerdings zunächst weiterer Abwärtsdruck. Unterstützungen ergeben sich im Bereich um 1,2765/70 und 1,2680. Widerstände sind bei 1,2820, 1,2860 und 1,2900 zu finden.
Quelle: CFX-Trader
