EUR/USD: Reicht es schon zum Ausbruch?
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 14. Juli 2008, 08:30 Uhr
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Liebe DaxDaily Leser,
die erneute Angst um die Stabilität des US-Finanzsystems hat der Erholung des US-Dollars gegenüber dem Euro einen empfindlichen Rückschlag versetzt. Im Gegensatz zur Aktienindexentwicklung gewann der Euro gegenüber dem US-Dollar im Zuge der weiter schwachen Konjunkturindikatoren in den USA rund sieben Cent hinzu. Nachdem sich abzeichnete, dass die US-Notenbank ihre Leitzinsen auf absehbare Zeit nicht erhöhen würde, die EZB aber an ihrer tendenziell restriktiven Zinspolitik festhält, kehrte das Währungsverhältnis in den vergangenen Tagen bis dicht an das Anfang April erreichte Hoch bei 1,6019 US-Dollar zurück. Ein Überschreiten dieses Hochpunktes käme einem neuen Kaufsignal gleich.
Die Chancen für die Euro-Bullen stehen zwar auf den ersten Blick recht gut, gemessen an der geringen Schwungkraft des Trendfolgers MACD und dem fast schon wieder überkauften Niveau, das durch die Slow Stochastik dargestellt wird, sind aber Zweifel angebracht. Zum einen hat sich der Widerstand zwischen 1,59 und 1,5950 in der jüngsten Vergangenheit als sehr massiv dargestellt. Zum anderen liegen an der Marke von 1,60 US-Dollar sehr viele Stopp-Orders, die darauf spekulieren, dass der erste Anlauf auf eine bestehende Bestmarke sehr häufig zurück geschlagen wird. Ein gutes Beispiel bietet die vorherige Seitwärtsbewegung zwischen 1,42 und 1,49 US-Dollar, die zwischen November 2007 und Februar 2008 ähnlich ablief wie das aktuelle Geschehen.
Demnach könnte es nochmals zu einem Rückschlag von 2 bis 3 Cent kommen, bevor die Oberseite der Handelsspanne nachhaltig in Gefahr gerät. Für einen sofortigen Sprung über die 1,60 US-Dollar spricht hingegen der Vorlaufindikator Gold, dessen Aufstieg in Richtung 1.000 US-Dollar in vollem Gange ist. Verschärft sich die Krise an den Aktienmärkten in den nächsten Tagen weiter, wäre der US-Dollar kaum die erste Wahl der Anleger.
