Miriam Kraus ist eine gesuchte freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen
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Wieder enttäuschen die US-Daten, diesmal ziemlich deutlich und ziehen die Aktienmärkte mit nach unten. Gefragt sind deshalb wieder die Safe Haven-Währungen zu Ungunsten des Euro...
Schwache US-Daten
Zunächst zu den neuesten US-Daten, welche den Marktteilnehmern offenbar schwere Enttäuschungen bereitet hatten. Gestern wurde ein erneuter Anstieg der US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gemeldet. Die Anträge stiegen um 12.000 auf 500.000 - das entspricht dem höchsten Stand in 9 Monaten. Erwartet worden war seltsamerweise ein Rückgang auf 478.000. Die Zahl der Erstanträge in der Woche zuvor wurde, welch Überraschung, um 4.000 auf 488.000 nach oben revidiert.
Ähnlich deutlich drifteten auch Erwartung und Realität bezüglich der Frühindikatoren für das Verarbeitende Gewerbe in der Region Philadelphia auseinander. Er Philly-FED-Index sank im August von + 5,1 Punkten im Vormonat auf - 7,7 Punkte. Lustigerweise wurde zuvor ein Anstieg auf + 7 Punkte erwartet.
Manchmal muss man sich schon fragen, ob die Marktteilnehmer zu lange in der Sonne gelegen haben...na ja, Fakt ist aber, wenn die Erwartungen zu hoch sind, dann kann die Realität bisweilen schnell zu bitter wirken. Was aber immer Geschmackssache bleibt! Oder mit anderen Worten: bittere Enttäuschung kommt nur dann zustande, wenn die Erwartungen naiverweise zu hoch waren. Denn wer sich bereits auf Enttäuschungen eingestellt hat, geht dann mit der Realität etwas abgeklärter um.
Ist im Moment nicht der Fall, also drückt's die Aktienmärkte nach unten und die Safe Haven Währungen nach oben. Wie beispielsweise den Schweizer Franken oder den japanischen Yen.
EUR/CHF ist seit letzter Woche von über 1,3922 in der Spitze bis auf aktuell 1,3156 runter getrudelt - und damit nicht mehr weit entfernt vom Tief Anfang Juli bei 1,3073. Nachdem nun auch die Unterstützung bei 1,3161 nach unten verlassen wurde, steht als nächstes das Juli-Tief als Unterstützung an. Wird auch das gebrochen, steht der Weg frei in Richtung der 1,3000.
Quelle: CFX-Trader
EUR/USD: Range nach unten verlassen
Nun ist zwar der USD in meinen Augen nicht gerade eine Safe Haven Währung, doch das Gros der Marktteilnehmer scheint anderer Meinung zu sein. Der Euro konnte deshalb gestern auch nur kurzfristig von den schwachen US-Daten profitieren und riskierte einen kurzen Hüpfer über 1,29er Marke, um sich dann wieder auf den Weg Richtung 1,2800 zu machen.
Heute steht der Euro dagegen unter deutlichem Abgabedruck, angesichts der starken Korrelation zu den Aktienmärkten. EUR/USD hat soeben die untere Range-Begrenzung bei 1,2730 nach unten durchbrochen und notiert aktuell bei 1,2691. Die nächsten Unterstützungen finden sich bei 1,2680/70, 1,2600/1,2595 und 1,2565. Widerstand ergibt sich bei 1,2730 und 1,2800.
Quelle: CFX-Trader