EUR/USD: nichts ist in trockenen Tüchern!
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 29. Juli 2011, 12:00 Uhr
ENL5454
In den USA sind die Fronten nach wie vor verhärtet, während die Deadline für den Shutdown der US-Regierung immer näher rückt. Doch auch in Europa war die Ruhe nur kurz und trügerisch.
Im Westen noch immer nichts Neues
In den USA läuft das politische Spielchen immer weiter - noch längst zeichnet sich keine Einigung im Schuldenstreit ab. Wie auch, wo doch die konservativen Reihen nicht einmal untereinander eine Einigung erzielen können. Doch die Zeit bis zum Shutdown der US-Regierung läuft ab. Nun, mal sehen, welche Pläne das Finanzministerium haben mag, falls die Schuldenobergrenze nicht bis zur nächsten Woche angehoben wird und wie sich die Rating-Agenturen in diesem Fall tatsächlich verhalten werden.
Die Ruhe in Europa war nur von kurzer Dauer
In Bezug auf Europa jedenfalls verschwenden die Rating-Agenturen nach wie vor keine Zeit. Nach der Abstufung der Kreditwürdigkeit Zyperns durch Moody's und dem Rat der Agentur Fitch an Italien, ein weiteres Sparpaket aufzulegen, sind in der Folge noch einmal Griechenland und nun auch wieder Spanien an den Pranger geraten.
S&P stufte die Bonität Griechenlands ein weiteres Mal, nun auf CC (und damit nur noch zwei Stufen über dem Default) ab - Ausblick negativ.
Für schwerwiegender halte ich allerdings die Ankündigung Moody's, man erwäge die Kreditwürdigkeit Spaniens von Aa2 auf Aa3 abzustufen.
Und schließlich mahnte der IWF auch Frankreich an. Wenn das Land seine Sparziele nicht erreiche, so der IWF, dann besteht auch für die zweitgrößte Volkswirtschaft Europas Ansteckungsgefahr.
Unter dem Druck all dieser Sorgen und Ängste gibt der Euro wieder nach - und wie das inzwischen Realität geworden ist, sehr schnell und deutlich, dank hoher Volatilität.
So fiel EUR/USD, der noch am Mittwoch im Hoch bei 1,4535 notierte, gestern bis auf 1,4253 im Tief. Und auch heute geht es weiter abwärts. Aktuell notiert EUR/USD bei 1,4237 . Die nächste kurzfristige Unterstützung liegt bei 1,4226. Sollte diese Marke nach unter gebrochen werden, besteht weiteres Abwärtspotenzial bis in Richtung der 1,4135.
EUR/USD (30 Minuten)
Quelle: CFX-Trader
