EUR/USD: nach Liquiditätsschwemme kommt die Realität
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 16. September 2011, 12:00 Uhr
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Wenn doch auch die Politiker so schön zusammen funktionieren könnten, wie die Zentralbanken, dann könnte die Welt schon längst ein wenig anders aussehen. Dem ist aber nicht so...
Aktion der Zentralbanken zeigt gestörten Interbankenmarkt
Nun ist es ja nichts Neues, dass der Interbankenmarkt Probleme hat und (ähnlich wie in 2008) langsam wieder austrocknet. Das Vertrauen der Banken untereinander hat in den letzten Wochen und Monaten immer weiter abgenommen. Und auch das jüngste Beispiel der UBS dürfte nicht gerade zum gegenseitigen Vertrauen der Banken, oder gar zum Vertrauen in die Banken beitragen.
Doch abgesehen von den Trading-Verlusten der UBS, sind es vor allem die Risiken in Bezug auf die Bond-Anlagen der Banken, welche die Unsicherheiten schüren. Und mangelnde Handlungs- und Entschlusskraft der Eurozonen-Politiker verschärfen diese Unsicherheiten.
So leihen sich die Banken untereinander immer weniger Geld, machen immer weniger Geschäfte miteinander und parken ihr Geld stattdessen bei der Notenbank. Am Montag erst hatten europäischen Banken über 197 Milliarden Euro bei der EZB geparkt, was der höchsten Summe in diesem Jahr entspricht.
Damit ist der Alarmzustand nun offensichtlich hoch genug für eine konzertierte Aktion gewesen. So gab die EZB gestern bekannt, zusammen mit der FED, der BoE, der BoJ und der SNB den Banken US-Dollar zur Verfügung zu stellen, um weitere Liquiditätsengpässe im Markt zu verhindern. Die Flutung mit US-Dollar brachte dann auch den USD kurzzeitig unter Druck. EUR/USD stieg gestern kurzzeitig bis auf 1,3936 im Hoch.
Keine Einigung dagegen bei der Politik zu erwarten
Doch heute gibt das Währungspaar bereits wieder ab, denn die Realität der chaotischen Zustände innerhalb der Eurozone erreicht schnell wieder das Bewusstsein. Daran dürften auch die mahnenden Worte des EZB-Vorsitzenden Trichet nichts ändern - denn noch ist vom Treffen der Euro-Finanzminister nicht der Weisheit letzter Schluss zu erwarten. Oder wie es die finnische Finanzministerin Urpilainen formuliert:" Wir werden verhandeln, aber leider sehe ich nicht, dass wir heute eine Lösung finden können." Wie auch, wenn 17 Nationalinteressen auseinander driften?
EUR/USD...
...notiert aktuell bei 1,3810. Ein nachhaltiger Rückgang bis unter 1,3700 dürfte weiteren Abwärtsdruck bis in den Bereich um 1,3450 nach sich ziehen. Denn erst ein deutlicher Anstieg über den Bereich bei 1,4076 bis 1,4100 dürfte das übergeordnete Bild tatsächlich aufhellen.
EUR/USD (30 Minuten)
Quelle: CFX-Trader
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