EUR/USD: Leichte Erholung

in Devisen-Monitor zum Thema Devisen
vom


Liebe Leser,

die Stimmung ist über Nacht wieder ein wenig besser geworden - dank Bailout Plan der US-Regierung für die Bank of America. Überdies hat der US-Senat die zweite TARP Tranche in Höhe von 350 Milliarden USD autorisiert. Doch die Erfahrung lehrt uns, dass Stimmungsverbesserungen dieser Art meist nur von kurzer Dauer sind und sich das Sentiment auch rasch wieder drehen kann. Abzuwarten bleiben die neuesten US CPI Daten und die Q4 Ergebnisse von Citigroup und der Bank of America.


Nichts desto trotz zeigt das Yen-Stimmungsbarometer heute eine leichte Verbesserung der Stimmung an. USD/JPY stieg von 89,73 bis auf aktuell 90,46. Sollte kurzfristig die 90,80 erreicht werden könnte der Kurs sogar die 91 kurzfristig erreichen.

EUR/USD: leichte Zwischenerholung

Auch EUR/USD konnte zunächst einmal aufatmen. Der Kurs vermochte es nicht unterhalb der nach unten durchbrochenen Marken bei 1,3080 und 1,3060 zu verharren und notiert gegenwärtig bei 1,3241. Die nächste Widerstandsmarke dürfte sich bei 1,3340 in weiterhin sehr volatilem Umfeld ergeben.

Sorgen um die europäische Einheitswährung

Sorgen macht sich jedenfalls EZB-Präsident Trichet mittlerweile immer stärker um den einheitlichen Währungsraum. Denn -wie ich schon im vergangenen Jahr mehrmals schrieb - so einheitlich ist dieser leider nicht. Und die Unterschiede und damit die Probleme werden immer größer.

Zumindest was die mittlerweile immer gewaltigeren Zinsunterschiede anbelangt. Die Unterschiede zwischen dem was Staaten wie Griechenland, Italien, Spanien und Portugal Investoren für 10jährige Staatsanleihen bezahlen müssen und den Zinsen die zum Beispiel Deutschland bezahlt haben mittlerweile Dimensionen erreicht wie sie vor der Einführung des Euro bestanden haben.

Die Differenz zwischen spanischen und deutschen 10yr Bonds ist gestern auf 114 Basispunkte gestiegen, das höchste Level seit 1997. Zum Vergleich: in den ersten acht Jahren der gemeinsamen Währung war der Spread auf 13 Basispunkte gefallen. Der Spread zwischen italienischen und deutschen Bonds befindet sich ebenfalls auf eine 12-Jahres-Hoch und der Spread zwischen griechischen und deutschen Bonds ist der Höchste seit 1999.

Der nach wie vor nicht heterogene Euro-Wirtschaftsraum macht zunehmend Probleme und insbesondere die wachsende Differenz der einzelnen borrowing costs" kratzt nicht nur am Traum vom einheitlichen Währungsraum, sondern erschwert es Trichet zunehmend eine angemessene, weil einheitliche Zinspolitik zu führen.

Die Inflationsbekämpfungs-Politik der EZB (obwohl der Leitzinssatz mittlerweile auf 2% gesenkt wurde, was dem Rekordtief in den Jahren zwischen 2003 und 2005 entspricht, strebt Trichet im Gegensatz zu den Kollegen keine Nullzinspolitik an) belastet zunehmend die schwächeren Volkswirtschaften wie Italien, Griechenland, Spanien oder Portugal.

Ebenso unter Druck steht daher weiterhin der Euro, obgleich ein schwächerer Euro (und dies ist nun ein bisschen weiter in die Zukunft geblickt) am Ende zumindest der Exportwirtschaft wieder auf die Beine helfen könnte.

von
Miriam Kraus
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine gesuchte freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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