EUR/USD: Jahreshöchstkurse schon gesehen?
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 28. Oktober 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
Risikoaversion ist wieder das aktuelle Thema! Scheint es nur so, oder wächst in den Marktteilnehmern tatsächlich die Gewissheit, dass die Kombination von lockerer Geldpolitik und sich verbessernden Wirtschaftsindikatoren ihrem Ende näher rückt? Schwer zu sagen, wo die Meinungen, doch schon immer auseinandergehen!
Dennoch mehren sich die Zeichen, dass wir so langsam tatsächlich dem Peak der Risikorallye entgegen laufen. Tatsächlich - und das wissen wir nicht erst seit gestern - spiegelt die starke Preisentwicklung an den Rohstoff- und Aktienmärkten nicht grundsätzlich den Grad der realen wirtschaftlichen Erholung wider. Andererseits hat dieser Aspekt die Marktteilnehmer offenbar auch in den vergangenen Monaten nicht sonderlich stark gekümmert.
Die Frage ist also, ob wir nun tatsächlich den Beginn einer grundlegenden Stimmungsänderung beobachten. Es bleibt abzuwarten! Der Beginn einer deutlichen Trendwende bleibt in meinen Augen vorerst fraglich, doch eine deutlichere Konsolidierung dürfte nicht von der Hand zu weisen sein.
Das Resultat könnten dann zwischenzeitlich rückläufige Rohstoffpreise und Aktienkurse bedeuten, sowie eine zwischenzeitliche USD-Rallye.
Grundsätzlich zeigte sich die Stimmung bisher als deutlich USD-negativ! Doch nach der Überschreitung der 1,50er Marke im EUR/USD in der vergangenen Woche und dem Hoch bei 1,5050 befindet sich EUR/USD seit Montag in einer deutlichen Korrekturbewegung.
Es scheint sich zumindest aktuell die Meinung heraus zu kristallisieren, dass wir damit bereits die Jahreshöchstkurse gesehen haben. Die Investoren haben zumindest damit begonnen ihre Wetten auf eine Fortsetzung der USD-Abwertung gegenüber EUR und JPY zu reduzieren. Hedge Fonds und andere große Spekulanten haben in der Woche bis zum 20.Oktober ihre Netto-Long-Position auf 36.033 Kontrakte reduziert, gegenüber einer Netto-Long-Position von 43.367 Kontrakten in der Vorwoche.
Doch ich bleibe vorsichtig, denn nirgends ändert sich die Meinung schneller als im Markt!
Die wichtigste Unterstützungsmarke, die es zu beachten gilt, liegt bei 1,4740. Sollte diese Marke und hernach die 1,4700 nachhaltig nach unten durchbrochen werden, könnte dies dem übergeordneten Aufwärtstrend vorerst ein Ende setzen und den kurzfristigen Abwärtstrend beschleunigen in den Bereich um 1,4450 und hernach in Richtung der 1,4000. Sollte EUR/USD allerdings dagegen halten, dürfte ein erneuter Bruch der 1,4890 nach oben den übergeordneten Aufwärtstrend weiter bestätigen. Aktuell notiert EUR/USD bei 1,4785.
Quelle: CFX-Broker
