EUR/USD – Jahresausblick
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 8. Januar 2010, 12:00 Uhr
ENL5462
Im 2. Teil möchte ich heute anstelle der Optionsreihe einmal einen EUR/USD-Jahresausblick wagen, obgleich sich ein Währungsausblick über einen so langen Zeitraum, als sehr schwierig gestaltet und im Grunde nur eine Tendenz wiedergeben kann.
EUR/USD in 2009
Der Großteil des Jahres 2009 kann als USD-Schwäche-Phase gekennzeichnet werden. Von Februar bis Dezember 2009 litt die US-Währung unter Vertrauensverlust und wachsenden Inflationsbedenken. Der Euro, als stärkster Gegenspieler des USD, konnte hiervon deutlich profitieren. Schließlich setzte Anfang Dezember ein Umdenken ein - der Euro verlor innerhalb eines halben Monats fast 6% gegenüber dem US-Dollar.
Vertrauensverlust in Eurozone
Meiner Meinung nach ist es weniger ein wiedergefundenes, überbordendes Vertrauen in die US-Währung, sondern vielmehr ein wachsendes Misstrauen gegenüber dem Euro, oder besser gesagt ein wachsendes Misstrauen gegenüber den Erholungskräften der Eurozone.
Tatsächlich ist die Eurozone auch erst nach den USA in die Rezession geraten. Logischerweise sollte sich Europa somit auch erst nach den USA deutlich erholen können. Ob dies tatsächlich der Fall ist, wird man sehen. Fakt ist natürlich, dass insbesondere die hohe Schuldenlage einzelner Euro-Mitgliedsstaaten (in Verbindung mit Abwertungen durch die Rating-Agenturen), deutlich das Misstrauen in die Euro-Wirtschaft unterstützt.
Die Frage ist nun, wie es weitergehen kann?!
Aktuell ist der Konsens deutlich positiv für die US-Dollar-Entwicklung eingestellt. Allerorten wird ein stärkerer USD favorisiert, eventuell in Verbindung mit einer erneut aufkeimenden und wachsenden Risikoaversion, unterstützt durch wachsende Erwartungen auf Zinsanhebungen von Seiten des FED.
Allerdings frage ich mich wie stark eine solche Zinsanhebung in 2010 überhaupt ausfallen wird - ich kann mir das FED hier nicht in einer Hau-Ruck-Aktion vorstellen. Vermutlich dürften erste Zinsanhebungen eher moderat ausfallen. Hinzu kommt, dass die US-Notenbank einem schwächeren US-Dollar gegenüber durchaus aufgeschlossen ist, wie sie bislang auch bewiesen hat. Zudem hat die letzte Erholung bereits einige überverkaufte Positionen reduziert.
Langfristig bleibe ich - insbesondere aufgrund der massiven Schuldenpolitik der USA - weiterhin bärisch für die USD-Entwicklung eingestellt. Kurz- bis mittelfristig allerdings erhält der USD durchaus Unterstützung. Ein Rückgang bis in den Bereich um 1,40 im Rahmen der Konsolidierung ist durchaus möglich.
Obgleich auch mein Vertrauen in die europäische Einheitswährung grundsätzlich nicht sehr groß ist, gehe ich dennoch von einer Erholung im EUR/USD bis zum Jahresende aus, bis in den Bereich um 1,49.
Damit möchte ich mich für heute von Ihnen verabschieden, liebe Leser. Ich wünsche Ihnen ein hoffentlich nicht zu kaltes Winterwochenende und freue mich wenn wir uns am nächsten Mittwoch wiederlesen, wenn es mit den Optionsstrategien weiter geht.
Liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus
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