EUR/USD: hin und her gerissen!
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 13. August 2010, 12:00 Uhr
ENL5462
Schwarz, weiß oder grau - die Marktteilnehmer wissen's nicht, sie reagieren und erwarten, doch die Skepsis überwiegt!
Alles eine Frage der Interpretation und Erwartungshaltung
Ich würde fast sagen wollen, man könnte die Investoren aktuell in drei Gruppen aufteilen.
Die einen fokussieren sich stärker auf die schwachen US-Daten und gehen davon aus, dass der FED am Ende nichts weiter übrig bleiben wird, als neue QE-Maßnahmen zu ergreifen. Dies sollte dann aber den USD wieder unter Druck setzen.
Die anderen fokussieren sich auf den EU-Raum und picken sich dabei die schwächeren Glieder wie Griechenland und Irland heraus, halten die neuesten positiven Wachstumsdaten aus Deutschland (aber auch Frankreich und Spanien) für die letzten Zuckungen und favorisieren dagegen den Verkauf von Euros.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es wohl noch eine dritte größere Gruppe gibt, die sich momentan das Ganze einfach erstmal vom Spielfeldrand aus ansieht und erst nach dem Sommer wieder aktiver werden wird. Vielleicht nicht die schlechteste Wahl!
Doch zur Sache...
Reaktionen und Erwartungen
Gestern gab es mal wieder (wenig überraschend) schwache Arbeitsmarktdaten aus den USA. Da die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe aber überraschend!! stark gestiegen sind, erhielten die Rezessionsängste neue Nahrung. Die Reaktionen fielen nun nicht mehr ganz so dramatisch aus, wie noch am Mittwoch (nachdem die FED-Ankündigungen mit großem Pessimismus aufgenommen wurden--> EUR/USD brach von über 1,32 am Dienstag bis auf 1,2828 im Tief ein), aber es reichte dennoch um EUR/USD gestern zeitweilig bis auf ein Tief bei 1,2779 zu schieben.
Heute dann die positive Überraschung aus Deutschland. Das deutsche BIP ist im 2.Quartal um 2,2% gewachsen, gegenüber dem 1.Quartal. Auch Spanien und Frankreich wiesen mit 0,2% und 0,6% immerhin ein Wachstum für das 2.Quartal aus. Die Reaktion: EUR/USD wird heute kurzzeitig über 1,2900 gepuscht.
Doch dann wieder die Besinnung: Die Industrieproduktionszahlen für Deutschland, Frankreich und Spanien sind im Juni nicht so toll ausgefallen und die gesamte Eurozone verbuchte im Juni ein Minus von 0,1% gegenüber dem Vormonat. Die Marktteilnehmer fragen sich nun, ob die guten BIP-Wachstumszahlen nicht leider schon das Ende der Fahnenstange bedeuten. Schwerwiegender sind wohl aber die Erwartungen für die anstehenden US-Daten. Für heute stehen unter anderem die US-Einzelhandelsumsätze und das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan zur Veröffentlichung an. Angesichts der langen Reihe an schwachen Daten aus den USA, dürfte hier wohl nicht mit positiven Überraschungen zu rechnen sein.
Folge der Ernüchterung: EUR/USD sackte nach der Spitze bei knapp über 1,29 wieder ab in Richtung der 1,28.
Aktuell notiert EUR/USD bei 1,2810. Unterstützungen ergeben sich bei 1,2780, 1,2730 und schließlich im Bereich um 1,2700 und 1,2670. Widerstände ergeben sich bei 1,2850 und 1,2885, übergeordnet bei 1,3030 und 1,3100.
Quelle: CFX-Trader

Artikel weiterempfehlen