EUR/USD: harter Kampf bei 1,3655/60
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 3. März 2010, 17:30 Uhr
Der Kampf an der Kurs-Zone um 1,3655 bestimmte heute den Großteil des Handelstages. Die hohe Bedeutsamkeit des Widerstands bei 1,3655/60 zeigt sich beim genauen Blick auf die Kerzen. Sowohl am vergangenen Freitag, als auch heute kam es zwar immer wieder zu einem kurzfristigen Überwinden des Widerstands, doch der Kerzenkörper lag jeweils unter der Widerstandslinie - der Kerzenkörper zeigt die Eröffnungs- und Schlusskurse in der jeweiligen Zeiteinheit an. Jeder Angriff der Euro-Bullen wurde also gekontert und der Euro-Kurs unter die Widerstandszone gedrückt. Diesen Kurs-Bereich haben sich also viele Marktteilnehmer für ihre Trade-Aktivitäten herausgesucht.
Bevor die lange Rauferei mit der genannten Barriere begann, zog es die europäische Gemeinschaftswährung erst einmal nach unten. Die 1,36er-Marke hielt die Talfahrt nicht pips-genau auf - gut, dass ich erst bei einem Bruch der Unterstützung bei 1,3575 short gehen wollte -, jedoch berappelten sich die Euro-Anhänger im Dunstkreis der runden Kurs-Marke. Damit war die Bedingung für einen Long-Einstieg gegeben. Gemäß meiner morgendlichen Analyse stieg ich nun ein (Ausführung zu 1,3604). Nahezu ohne Pause marschierte der Euro nun auf seinen nächsten Widerstand zu, lugte kurz über die Widerstandslinie und orientierte sich dann wieder abwärts. Daraufhin sicherte ich mir einen schönen Gewinn (Ausstieg zu 1,3648). Die Abwärtsbewegung (und auch die folgende am heutigen Tag) wurde an der 38er-Durchschnittslinie (blaue Linie) gestoppt. Der nächste Angriff auf das Hindernis war etwas forscher. Es ging ein paar Pips weiter nach oben. So wurde meine Stopp-Buy-Order ausgelöst. Zu 1,3665 war ich erneut long eingestiegen. Nur wenige Minuten sonnten sich die Euro-Bullen über dem Hindernis, dann sackte er schon wieder ein. Dabei wurde meine Position ausgestoppt (zu 1,3649). Am frühen Nachmittag wiederholte sich dieses Muster. Ich blieb meiner Trading-Idee treu, da der Wille der Bullen, sich weiter aus dem Schlamassel der letzten Wochen zu ziehen, mehr als ersichtlich war. Diesmal eröffnete ich bei 1,3666 eine Position. Wieder ging es ein paar Pips weiter nach oben, aber erneut gab es nur für ein paar Minuten Sonnenschein. Wieder wurde ich ausgestoppt (bei 1,3648). Nach zwei Verlust-Trades mit der gleichen Trading-Idee entschied ich mich daraufhin, das Währungspaar heute nicht mehr zu traden. Dieses ständige, kurze und erfolglose Überschießen der Kurse macht das Kurzfrist-Trading fast unmöglich.
Ergebnis: Gewinn 10 Pips
EUR/USD - 30-Minuten-Chart
EUR/USD: An den relevanten Kurs-Marken kam es heute zu starken Auseinandersetzungen zwischen Euro- und Dollar-Anhänger, was an den kurzen aber erfolglosen Überschießen der Kurse abzulesen ist.
Tagesfazit: eine traurige Vorstellung
Während der Mittagspause, die ich meist mit meiner Familie verbringe, musste ich meiner jüngsten Tochter erklären, warum ich wieder ins Büro muss. Eigentlich wollte Sie mich nicht ziehen lassen, doch als Sie verstand, dass ich sonst kein Geld verdiene und ich ihr nichts kaufen könne, brachte Sie mir sofort meine Jacke und verabschiedete mich. Selbst Stunden danach muss ich noch darüber lachen. Möglicherweise werde ich ab heute Abend nicht mehr freudig an der Haustür empfangen? Eine traurige Vorstellung!
Bis morgen
Till Kleinlein
Chefredakteur CFX Trader Kolumne

Artikel weiterempfehlen