EUR/USD - Gründe für die starke Bewegung gefunden
Sven Weisenhaus in Wave Daily zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 10. Juni 2011, 13:00 Uhr
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Denn bereits am Dienstag bestätigte der Fed-Chef Ben Bernanke in seiner Rede die schwächeren Tendenzen der US-Konjunktur, lehnte jedoch neue Stützungsmaßnahmen ab, da er davon ausgeht, dass die Wirtschaft im zweiten Halbjahr wieder deutlich stärker wird und die inflationären Tendenzen im selben Zeitraum abnehmen werden.
Zur Erinnerung: In diesem Monat läuft das 600 Mrd. Dollar schwere, Quantative Easing 2 (QE2) genannte Fed-Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen aus. QE3 erwarte ich weiterhin nicht, es gilt aber, die schwächelnden Wirtschaftsdaten sehr genau im Auge zu behalten.
Leitzinserhöhungen durch die Fed sind also nicht zu erwarten. Ebenso aber auch keine neuen Liquiditätsmaßnahmen.
Außenhandelsdefizit gesunken
Wie das US-Handelsministerium gestern meldete, haben sinkende Importe das Außenhandelsdefizit der USA im April schrumpfen lassen. Die Differenz zwischen Exporten und Importen ging auf rund 43,7 Milliarden Dollar zurück von zuvor 46,8 Milliarden Dollar im März. Experten hatten mit einem Fehlbetrag von 48,8 Milliarden Dollar gerechnet.
Die Ausfuhren stiegen von März auf April um 1,3% auf ein neues Rekordhoch von 175,6 Milliarden Dollar, während gleichzeitig die Einfuhren um 0,4% auf 219,2 Milliarden Dollar sanken.
Weil die USA mehr konsumieren als sie produzieren, muss die Lücke durch massive Kapitalzuflüsse aus dem Ausland geschlossen werden. Bleiben diese aus, droht eine Dollar-Abwertung mit entsprechenden Auswirkungen für die Weltwirtschaft.
Aus Sicht des Dollars also eher positive Nachrichten. Und diese Nachrichten kamen kurz nach der EZB-Zinsentscheidung und verstärkten die Abwärtsbewegung des Euros gegenüber dem Dollar.
Gründe für die starke Bewegung gefunden
Bei genauerem Hinsehen stellt man dann auch fest, dass die Abwärtsbewegung nicht bereits um 13:45 Uhr begann, als offiziell die Zinsentscheidung auf dem Programm stand, sondern erst mit Veröffentlichung der Daten zum US-Außenhandel um 14:30 Uhr.

(Quelle: CFX-Broker) EUR/USD, Candlestick-Chart, 1-Minuten-Kerzen, Kurverlauf am 9. Juni von 13:30 Uhr bis 16:00 Uhr
Damit haben wir also die Gründe für den starken Tagesverlust des Euros am gestrigen Tage gefunden. Doch was hat dies nun am längerfristigen Bild des Euros verändert?