EUR/USD fällt unter 1,44 – warten auf US-Daten
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 15. Januar 2010, 12:00 Uhr
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EUR/USD hat heute während des Handels in Asien glatt 1 Cent verloren und notiert aktuell wieder unter 1,44. Gerüchte über einen möglichen Rücktritt von Kanzlerin Merkel übten Druck auf die Einheitswährung aus. Die Gerüchte wurden allerdings heute Morgen als "vollkommen haltlos" dementiert.
Europa
Nach wie vor gibt der Euro-Währungsraum Anlass zur Sorge. Bundeskanzlerin Merkel teilt diese Meinung offenbar und sagte Griechenlands wachsendes Haushaltsdefizit berge Risiken für den Euro. Sie sprach von einer schwierigen Phase für die europäische Einheitswährung.
Immer deutlicher zeigt sich nun, dass der europäische Währungsraum weit davon entfernt ist ein homogener Raum zu sein. Zu deutlich sind die Unterschiede im Inneren, immer stärker wird der Druck. Dennoch erachtet EZB-Präsident Trichet es nicht für notwendig, dass einzelne Euro-Mitgliedsstaaten eine "spezielle Behandlung" bekämen. Eine Aussage, die ebenfalls den Druck auf den Euro verstärkt.
China
Nachdem die Peoples Bank of China in der letzten Woche den Zinssatz für dreimonatige Schatzwechsel um 4 Basispunkte auf 1,3684% erhöht hat, wächst nun stetig die Besorgnis im Markt China könnte als erste der großen Volkswirtschaften auch den Leitzins anheben. Zudem kündigte die chinesische Zentralbank am Dienstag an, den Mindestreservesatz für Banken um 0,5 Prozentpunkte zu erhöhen, beginnend am 18.Januar. Ein solcher Schritt war vor den Analysten frühestens für April prognostiziert worden. Durch den Mindestreservesatz wird festgelegt, wieviel Kapital die Banken bei der Zentralbank vorhalten müssen. Zudem erhöhte die Notenbank nun ebenfalls den Zinssatz für einjährige Staatsanleihen um 8 Basispunkte auf 1,8434%.
Chinas beginnende Straffung der Geldpolitik ist darauf ausgelegt, eine mögliche Überhitzung der Weltwirtschaft abzuwenden. Der springende Punkt ist allerdings, dass der Rest der Welt (und die Märkte weltweit) auf China als den Antriebsmotor für die weltweite Konjunkturentwicklung blicken. Tritt China nun aber auf die Liquiditätsbremse, ist dies ein Schlag gegen die Risikobereitschaft der Marktteilnehmer. Eine wieder ansteigende Risikoaversion aber, unterstützt traditionell die Nachfrage nach USD und JPY.
US-Daten voraus
Für heute Nachmittag stehen der Empire State Index, die neuesten Daten zur US-Industrieproduktion und die Ergebnisse vom Index für das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan zur Veröffentlichung an. Diese Daten dürften deutlicheren Einfluss auf den Handel begründen. Sollten hier negative Überraschungen auftreten, dürfte dies dem Euro wieder ein wenig Unterstützung bieten.
Aktuell notiert EUR/USD bei 1,4382 . Unterstützung ergibt sich bei 1,4370 und 1,4320. Nach oben hin ergeben sich Widerstände bei 1,4500 und 1,4550.
Quelle: CFX-Broker
