Trotz des Erfolges seiner Empfehlungen legt Till Kleinlein ganz besonderen Wert auf ein passendes Geld- und Risikomanagement. Seine Leser profitieren täglich davon.
Till Kleinlein in Devisen-Monitor zum Thema Devisen
vom
Heute beziehe ich die Fibonacci-Linien in die Analyse mit ein. Bevor wir uns den Chart ansehen, ein kleiner Exkurs: Fibonacci Zahlen sind eine unendliche Zahlenreihe, die mit 0 und 1 beginnt. Jede weitere Zahl entspricht bei den Fibonacci Zahlen der Summe der beiden vorangegangenen Zahlen. Damit lautet der Anfang der Zahlenreihe 0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, usw. Benannt wurde diese Zahlenreihe nach dem italienischen Mathematiker Leonardo Fibonacci, der mit ihrer Hilfe im Jahre 1202 die Vermehrung von Kaninchen beschrieb.
Heutzutage werden Fibonacci Zahlen häufig von Tradern in der Chartanalyse und Charttechnik verwendet. Der Quotient von zwei aufeinander folgenden Zahlen (z.B. 34 und 55) läuft immer mehr gegen 0,618 bzw. 1,618. Je höher die Zahlen werden, desto mehr nähert der Quotient sich der 0,618 bzw. 1,618. Diese Zahl wird "goldener Schnitt" (oder auch "golden ratio" oder "golden section") genannt, weil dieses Verhältnis als besonders harmonisch bzw. ästhetisch gilt.
Der Quotient aus einer Zahl und der jeweils übernächsten Fibonacci Zahl (z.B. 21 und 55) nähert sich immer mehr der 0,382 an. Die beiden Quotienten 0,618 und 0,382 (bzw. 61,8% und 38,2%) werden von Tradern, die mit dem "goldenen Schnitt" arbeiten, häufig benutzt, um das Korrekturpotential einer Bewegung zu bestimmen. Die Theorie stützt sich dabei auf die Beobachtung, dass bei Gegenbewegungen sehr häufig an den Schwellen des "goldenen Schnitts" Widerstände- oder Unterstützungen auftreten, an denen die Kursbewegung zum Halten kommt. Ein "goldener Schnitt" definiert also ein stets wiederkehrendes Muster, welches (angeblich) in allen Bereichen des Lebens zu finden ist. Da sich viele Trader an der "golden ratio" orientieren, könnte allein das natürlich schon zu einer Beeinflussung des Marktes führen (selbsterfüllende Prophezeiung).
Gestern profitiere der Euro vom Drehen des Windes am Aktienmarkt. Wie im Chart zu erkennen ist, wurde die 50er-Fibo-Linie pips-genau angesteuert. Dreimal holten sich die Euro-Bullen dort eine blutige Nase. Sobald es über den Widerstand bei 1,3065 geht, werde ich also long gehen. Ziel ist dann die 61,8er-Linie bei 1,3092 - dort verläuft in etwa auch die 200er-Durchschnittslinie (lila), die auch das Ende für die aktuelle Aufwärtsbewegung darstellen könnte. Geht es aber wieder unter die 1,30er-Marke, wurde nicht nur die 23,6er-Linie unterschritten, dann ist der jüngste Aufwärtsimpuls gebrochen und eine Rückkehr an das jüngste Tief bei 1,2950 wahrscheinlich.
Warum ich die Fibonacci-Linien sonst nur selten erwähne? Oft sind diese identisch mit den horizontalen Unterstützungs- und Widerstandslinien, die man auch ohne Einzeichnen dieser Linien im Chart erkennen kann.
Widerstände: 1,3065, 1,31, 1,3145
Unterstützungen: 1,30, 1,2955/50, 1,29
EUR/USD - 30-Minuten-Chart - CFX Trader
EUR/USD: Bei 1,3065 gilt es.
Wirtschaftsdaten
(darauf sollten Sie heute achten)
11:00 GR: Auktion 26-wöchiger Schatzwechsel im Volumen von 1 Mrd EUR
11:15 EWU: EZB Zuteilung Haupt-Refi-Tender
12:00 DE: Bundeswirtschaftsministerium (BMWi), Produktion im produzierenden Gewerbe März saisonbereinigt
Prognose: +1,0% gg Vm; zuvor: -1,3% gg Vm
15:00 EWU: EZB konsolidierte Bilanz des Eurosystems
16:00 US: ISM, halbjährlicher Wirtschaftsausblick
Bei den Angaben zu den Unternehmenszahlen stehen die Analystenschätzung für einen Gewinn oder Verlust je Aktie in Klammern.
Soviel zur heutigen Vorbereitung. Jetzt gilt es die Eröffnung mit Spannung abzuwarten. Allen Lesern wünsche ich viel Glück.
Einen erfolgreichen Handelstag wünscht Ihnen
Till Kleinlein
Chefredakteur Instinkt Trader