EUR/USD, EUR/CHF und Wirtschaftsdaten
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 19. Januar 2010, 08:30 Uhr
EUR/USD: die 200er-Linie stört
Gestern war ein ungeplaner tradefreier-Tag: Es herrschte nun einmal gepflegte Langeweile an den Märkten. Keines meiner Szenarien, bei denen ich mir eine schöne Bewegung vorstellen konnte, trat ein. Ich hielt lediglich das Long-Szenario bei diesem Währungspaar für realistisch in puncto Umsetzbarkeit. Entsprechend beließ ich diese Order im Markt. Und wirklich: Kurz nach Mitternacht wurde die Order zu 1,4407 ausgeführt. Meine Voraussetzungen für einen Einstieg waren gegeben.
Die Position befindet sich leicht im Verlust, was mich aber nicht nervös macht. Zum einen ist die Position natürlich sofort per Einstieg auch abgesichert worden - via einer verbundenen Order; mehr dazu finden sie hier - und zum anderen ruht sich der Euro aktuell nur knapp unter meinem Einstiegkurs genau auf der 38er-Durchschnittslinie (blaue Linie), die als Unterstützungslinie fungiert, aus. Nach oben muss aber erst noch die 200er-Durchschnittslinie (lila Linie) überwunden werden, erst dann wird der Trade auch einen Gewinn abwerfen können. Bei diesem Trade ist die untere Begrenzungslinie des früheren Trendkanals mein erstes Kurs-Ziel. Bei einem überzeugenden Anstieg, der die Kurs-Marke bei 1,4450 locker meistern lässt, bleibe ich jedoch investiert. Dann sind 1,45 oder aber bei nicht abflauender Dynamik die obere Begrenzungslinie des Trendkanals bei 1,4555 die nächsten Ziele. Kann das erste Kurs-Ziel (oder aber die folgenden Kurs-Ziele) nicht überwunden werden, wird die Position geschlossen und ein Trade in Gegenrichtung eingenommen.
Natürlich darf auch nicht die Unterseite des Charts vergessen werden. Bei etwa 1,4330 gelang es den Bullen am vergangenen Freitag und gleich zu Wochenbeginn, sich vom Druck der Bären zu befreien. Wiederholt sich dieses Muster, so gehe ich long. Gibt es keine Wiederholung, sondern rutscht der Kurs unter diese Unterstützung, dann verkaufe ich den Euro (und kaufe damit den Dollar).
EUR/USD - 30-Minuten-Chart
EUR/USD: Vor einigen Stunden wurde ich eingestoppt. Es wird nun interessant werden, da bald die europäisch geprägte Handelsphase beginnen wird.
EUR/CHF: dann ist dem Euro nicht mehr zu helfen
Seit Herbst 2007 verliert der Euro gegen den Schweizer Franken an Wert (damals 1,68). Der absolute Tiefpunkt wurde im Herbst 2008 bei 1,43 markiert. Das letzte Jahr war dann von einem Aufwärtstrend, der dann - wieder im Herbst - gebrochen wurde. Seitdem befindet sich der Euro in der Abwärtsbewegung.
Zuletzt fand sich Unterstützung bei 1,4722. Sehr lange Kerzen-Schatten (gestern) und ein Hammer (am 11.1.) zeugen davon, dass an diesem Punkt großes Kaufinteresse für den Euro besteht. Im Jahr 2002 lag hier auch ein massiver Widerstand, der nun als Auffangbecken für den Euro fungieren könnte. Sicher ist der Euro (gegen den Schweizer Franken) überfällig für eine starke Gegenbewegung - sehen Sie sich hierfür den Tageschart an -, doch hierfür müssten erst einige Hürden genommen werden.
Sobald der Euro wieder in die Nähe der Unterstützungslinie bei 1,4722 kommt und dann erneut eine starke Gegenreaktion zeigt, werde ich den Euro kaufen. Fällt er aber nachhaltig unter diese Linie, dann eröffne ich eine Short-Position. Dann ist dem Euro kurzfristig wohl nicht mehr zu helfen. Es drohen dann schnelle Abgaben bis 1,46.
Damit die Euro-Bullen wenigstens etwas von den starken Abgaben seit dem letzten Herbst aufholen kann, muss baldmöglichst die kurzfristige Abwärtstrendlinie und die 200er-Durchschnittslinie (lila Linie) nach oben verlassen werden. Trifft dieses Szenario ein, dann kaufe ich den Euro. Bei 1,4808, dem letzten signifikanten Hoch entscheidet sich dann, ob dies nur ein kleines Aufbäumen der Anhänger der europäischen Gemeinschaftswährung war oder aber ernsthaft an einer Gegenbewegung „gebastelt" wird. Wird der Euro auf diesem Kurs-Niveau wieder nach unten geschickt, schließe ich meine Position und verkaufe den Euro - so genanntes Drehen der Position. Kann aber auch diese Hürde genommen werden, so wird eine Anlaufen an die 1,50er-Marke wieder ein realistisches Ziel.
EUR/CHF - 30-Minuten-Chart
EUR/CHF: Bei 1,4722 stößt der Euro auf starkes Kaufinteresse. Für einen großen Wurf hat es aber noch nicht gereicht. Recht schnell wurde er wieder „eingefangen".
Wichtige Information für CFX Broker-Kunden: Das Währungspaar EUR/CHF können Sie mit einem Spread von nur 3 Pips handeln. Insgesamt stehen ihnen 150 Währungspaare als Handelsinstrument zur Verfügung.
Wirtschaftsdaten
(darauf sollten Sie heute achten)
10:30 GB: Verbraucherpreise Dezember m/m
Prognose: 0.2; zuletzt: 0.3
11:00 EWU: Produktion Baugewerbe November
11:00 EWU: ZEW-Konjunkturerwartungen Januar
Prognose: 48.5; zuletzt: 48
11:00 DE: ZEW-Konjunkturerwartungen Januar
Prognose: 50; zuletzt: 50.4
11:15 EWU: Zuteilung des Hauptrefinanzierungsgeschäfts der EZB
14:00 Citigroup Inc, Ergebnis 4Q (-0,33)
14:55 US: Redbook
15:00 US: Nettokapitalzuflüsse November
Prognose: 30; zuletzt: 20.7
15:00 EWU: Wochenausweis der Fremdwährungsreserven durch die EZB
16:00 US: State Street Investor Confidence Index Januar
19:00 US: NAHB/WF Hausmarktindex Januar
Prognose: 17; zuletzt: 16
19:00 US: Auktion vierwöchiger Bills
22:05 IBM, Ergebnis 4Q (3,47)
23:00 US: ABC Verbrauchervertrauen
Bei den Angaben zu den Unternehmenszahlen steht die Analystenschätzung für einen Gewinn oder Verlust je Aktie in Klammern.
Soviel zur heutigen Vorbereitung. Jetzt gilt es die Eröffnung mit Spannung abzuwarten. Allen Lesern wünsche ich viel Glück.
Einen erfolgreichen Handelstag wünscht Ihnen
Till Kleinlein
Chefredakteur CFX Trader Kolumne

