EUR/USD: erneut zwischenzeitliche Gegenbewegung
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 26. Februar 2010, 12:00 Uhr
ENL5462
Noch lange wird das Thema Griechenland nicht vom Tisch sein! Dennoch gestattet sich der Markt zwischenzeitlich seinen Fokus auch auf andere Dinge zu richten.
Japan vermeldet Positives
Aus Japan kommen diesmal die hoffnungsfrohen Nachrichten: während die CPI-Kernrate für Januar unverändert bleibt gegenüber Dezember, ist die japanische Industrieproduktion um 2,5 % gestiegen gegenüber dem Vormonat. Der Konsens hatte zuvor nur mit einem Wachstum in Höhe von 1% gerechnet. Die Einzelhandelsumsätze wuchsen um 2,6% - der Konsens hatte einen Rückgang um 0,2% erwartet.
Stimmungsgetriebene Märkte
Nach wie vor handeln die Märkte aufgrund der Veränderung in der Risikostimmung. Positive Daten aus Japan unterstützen die Risikobereitschaft und üben dadurch Druck auf USD und JPY aus. Im Gegenzug kann der Euro (zumindest zwischenzeitlich) von einer verbesserten Risikobereitschaft profitieren. So ist es also nicht nur Griechenland welches den Euro unter Druck zu setzen vermag, sondern viel mehr eine allgemeine Konjunkturskepsis. Im umgekehrten Falle vermögen es positive Daten aus den USA oder Japan den USD oder JPY zu schwächen, anstatt Unterstützung zu bieten.
Griechenland ist nicht vergessen
Nun hat der Markt kurzzeitig sein Augenmerk auf positive Konjunkturdaten gerichtet. Doch dies ist in meinen Augen noch lange kein Grund für die Euro-Bullen jetzt aufzuatmen, denn das Damoklesschwert schwingt weiter seine Runden über Hellas! (und der Eurozone).
S&P droht mit einem weiteren Downgrade; das Wall Street Journal kann sich vorstellen, dass Griechenland die geplante Ausgabe neuer Bonds in der kommenden Woche vielleicht doch lieber verschieben wird; und der britische Independent berichtet, nach Griechenland entsandte EU-Inspektoren zweifelten daran, dass Griechenland seine Ziele zur Reduzierung des Defizits erreichen könne!
So gehe ich davon aus, dass es sich auch bei der aktuellen Bewegung im EUR/USD nur um eine weitere technische Gegenbewegung handelt. EUR/USD der gestern unter 1,3460 handelte, konnte im weiteren Verlauf bis auf 1,3628 im Hoch heute Morgen steigen. Aktuell notiert EUR/USD bei 1,3599. So lange der Widerstand bei 1,3692 nicht nach oben durchbrochen werden kann (was ein höheres Hoch bedeuten würde und mithin eine Situation, die der Euro im aktuellen Abwärtstrend noch nicht zu Stande gebracht hat) bleibt der Abwärtstrend bestehen. Sollte die Unterstützung um 1,3451 doch noch nach unten gebrochen werden können, könnte sich der Abwärtstrend noch einmal weiter beschleunigen. Die nächste Unterstützung ergäbe sich dann bei 1,3420.
Quelle: CFX-Broker
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