EUR/USD: Enttäuschungen...
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 23. September 2011, 12:00 Uhr
ENL5454
Nachdem die FED den Markt mit einem Twist enttäuscht hat, ruht der Fokus wieder ganz auf Europa. Die G20 sprechen von einer starken und koordinierten Antwort auf die Risiken und vielleicht wird auch die EZB im kommenden Monat handeln - doch eine echte Problemlösung sieht anders aus.
FED-Twist kommt nicht an
Wie ich es im Rohstoff Daily bereits erwartet hatte, ist der Markt nicht sonderlich zufrieden mit dem neuen Tanz der FED. Kein Wunder, ein Markt der mittlerweile an den Punk Rock gewöhnt ist, wird sich mit einem harmlosen Twist nicht zufrieden geben können.
Insbesondere dann nicht, wenn die Aussichten für die Konjunkturentwicklung dann auch noch so schwach sind. Da stellt sich den Marktteilnehmern die Frage, ob ein bloßer Tausch in Anleihen mit längeren Laufzeiten tatsächlich noch etwas bewirken kann. Und auch der Beschluss Einkünfte aus auslaufenden Hypothekenpapieren wieder zu reinvestieren, zeigt im Grunde nur noch einmal den nach wie vor miserablen Zustand des US-Immobilienmarktes auf.
Die Enttäuschung über den als zu harmlos empfundenen Tanz der FED äußerte sich dann auch gleich in einer gestiegenen Risikoaversion und einem weiteren Einbruch des EUR/USD bereits am Mittwoch Abend.
Ohne "Rettung" von Seiten der FED, ist der Fokus nun wieder auf die Eurozone gerückt. (was zwar nicht heißt, dass die Schulden- und Konjunkturprobleme in den USA weniger gravierend sind...aber lassen wir das...).
Echte Problemlösung sieht anders aus...
Nachdem EUR/USD gestern bis auf 1,3384 im Tief gefallen war, gab es zwar eine kurzzeitige Gegenbewegung, doch von Ruhe oder gar echten Problemlösungstendenzen ist im Grunde nichts zu sehen. Daran ändern auch die G20 nichts, die im Ernstfall "stark und koordiniert" handeln wollen, denn es stellt sich schließlich auch die Frage, wie denn da gehandelt werden sollte?!
Und auch die EZB kann das Steuer nicht mehr nachhaltig herumreißen, mit Andeutungen, man könne im nächsten Monat ja irgendetwas tun.
Tatsache ist, die Notenbanken (als dennoch nach wie vor Träger der größten Verantwortung) verlieren zunehmend das Vertrauen, wohin gegen immer deutlicher wird, dass sich endlich politische Lösungen abzeichnen müssen. (und zwar sowohl in Europa, als auch in den USA...). Darauf lässt sich allerdings nur noch hoffen...
EUR/USD bricht heute erneut ein und handelt aktuell bei 1,3447. So lange sich keine echten Lösungen der prekären Lage abzeichnen, könnte der Euro weiter unter Druck bleiben. Unterstützungen ergeben sich bei 1,3380, 1,3333 und schließlich 1,3070 und 1,2905.
EUR/USD (30 Minuten)
Quelle: CFX-Trader
