EUR/USD: die rasante Talfahrt ist noch nicht zu Ende!
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 17. Mai 2010, 08:30 Uhr
Seit dem Zwischenhoch, welches nur durch die Einigung auf ein Rettungspaket für angeschlagene Länder der Euro-Zone markiert werden konnte, hat erneut eine rasante Talfahrt eingesetzt. Die Zielrichtung ist ganz klar: Die 1,20er-Marke wird über kurz oder lang erreicht werden. Zu viele Marktteilnehmer reden derzeit den Euro schwach: Auch ein Herr Ackermann, der Chef der Deutschen Bank, hat dem taumelnden Euro noch eins mitgegeben. Er ist skeptisch, ob es zur Rückzahlung griechischer Staatsschulden kommt. Was er damit wohl erreichen wollte?
Ich hatte am Freitag nur einen EUR/USD-Trade umsetzen können. Mit dem Rutsch unter die 1,25er-Marke ging ich short (Ausführung zu 1,2489). Mein Kurs-Ziel, das Tief vom März 2009 bei 1,2450, wurde auch schnell erreicht. Erst ging es noch weiter abwärts und ich blieb erst einmal investiert: Doch dann kam doch noch eine Gegenbewegung zustande und ich strich meinen Gewinn ein (Ausstieg bei 1,2446).
Ergebnis v. Freitag: Gewinn 43 Pips
EUR/USD - 30-Minuten-Chart
EUR/USD: Bislang gibt es keine Aussicht auf ein Ende der Euro-Abwertung. Er notiert nun auf seinem Vierjahrestief.
In diesem steilen, kurzfristigen Abwärtstrend ist es nicht einfach Einstiege zu finden. Die kleineren Gegenbewegungen wurden allesamt an der 38er-Durchschnittslinie (blaue Linie) - bei mir immer der exponentielle, gleitende Durchschnitt - oder knapp darüber an der roten Linie, der Abwärtstrendlinie, aufgehalten. Ich werde also in Stärkephase der Einheitswährung hineinverkaufen, sobald die 38er-Linie touchiert oder knapp überwunden wurde. Den Stopp setze ich dann knapp oberhalb der Abwärtstrendlinie an, was zu einer weiteren Stopp-Setzung, als gewöhnlich von mir praktiziert, führt. Warum mache ich das trotzdem? Da das Potenzial nach unten (1,20er-Marke) hoch einzustufen ist, kann ich die Trade-Absicherung anpassen - auch da ich gegebenenfalls den Trade länger halten bzw. möglichst ausreizen möchte. Damit bleibt mein Chancen-/Risikoverhältnis annähernd unverändert und damit positiv - mehr zum so wichtigen Trading-Thema erfahren Sie hier: Videos für Trader.
Long-Einstiege sind weiter mit Vorsicht zu genießen! Gelingt eine überzeugende Gegenbewegung, die auch an der 1,24er-Marke nicht Halt macht, wage ich einen kleinen Long-Einstieg. Der Bruch des kurzfristigen Abwärtstrends könnte eine Attacke der Bullen bis 1,25 - möglicherweise auch 1,26 - einläuten.
Auch an der 1,22er-Marke ist ein Gegenhalten der Euro-Bullen denkbar. Stößt sich der Euro an der Linie ab, gehe ich vorsichtig - gleichbedeutend mit einer kleinen Positionsgröße - long. Fällt die europäische Gemeinschaftswährung aber auch unter diese Schutzzone hindurch, eröffne ich eine Short-Position. Sollte ich zu diesem Zeitpunkt schon investiert sein und es noch nicht zu spät sein, ist beim Eintreten dieses Ereignisses auch eine Aufstockung der Position möglich. Die 1,20er-Marke ist dann ein greifbares Ziel, welches dann noch in dieser Woche erreicht werden sollte.
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Wirtschaftsdaten
(darauf sollten Sie heute achten)
07:00 Hochtief Quartalszahlen
08:00 EU: ACEA Kfz-Neuzulassungen April
08:00 DE: Beschäftigte im Verarbeitenden Gewerbe März
14:30 General Motors Quartalszahlen
14:30 US: NY Empire State Index Mai
Prognose: 30; zuletzt: 31.9
15:00 US: Nettokapitalzuflüsse März in Mrd. US$
Prognose: 50; zuletzt: 47.1
17:00 US: Ankündigung 4-wöchiger Bills
19:00 US: NAHB/WF Hausmarktindex Mai
Prognose: 20; zuletzt: 19
19:00 US: Auktion 3- u. 6-monatiger Bills
Soviel zur heutigen Vorbereitung. Jetzt gilt es die Eröffnung mit Spannung abzuwarten. Allen Lesern wünsche ich viel Glück.
Einen erfolgreichen Handelstag wünscht Ihnen
Till Kleinlein
Chefredakteur CFX Trader Kolumne
