EUR/USD – die Range
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 18. Mai 2011, 12:00 Uhr
ENL5454
Worauf wollen wir wetten? Euro oder US-Dollar? Gute Frage, wo es doch weder für die eine, noch die andere Währung wirklich vernünftige Gründe gibt.
Was gegen den US-Dollar spricht
Die US-Arbeits- und Immobilienmärkte liegen nach wie vor am eher am Boden, als an anderer Stelle. In dieser Woche kommen noch weitere schwache US-Konjunkturdaten hinzu, wie die Industrieproduktion. All dies sind Anzeichen dafür, dass Ben Bernanke mit seinen Sorgen Recht hat. Ober er auch Recht hat, mit seiner Fortsetzung der Nullzinspolitik sei mal dahin gestellt, aber immerhin wachsen die Erwartungen dahingehend, dass der FED am Ende nichts anderes übrig bleiben wird, als auch noch ein QE3 aufzulegen.
Schuldenlage in Euroland
Doch auch in Eurolanden sieht es nicht gerade rosig aus. Nach wie vor bleiben die Schuldenstaaten eine Belastung für den ganzen Euroraum. Obgleich nun auch noch Portugal Kredithilfen bekommt, dürfte auch dieses Land weiter unter Zinslast und vor allem unter den kommenden Sparprogrammen zu leiden haben. Griechenland jedenfalls ist schon jetzt mehr als am Anschlag und benötigt dringend Veränderungen.
Wie diese allerdings aussehen steht, zumindest noch bis Juni, in den Sternen, obgleich nun doch schon wieder von offizieller Seite vorsichtig über eine sanfte Restrukturierung gesprochen wird. Man wird sehen, was kommt...aber zwingend notwendig ist, dass etwas geschieht und vorteilhaft wäre es auch, wenn die EU-Spitzen sich nur einmal auf etwas einigen und Geschlossenheit zeigen könnten, bevor sie Unruhe und Verwirrung stiften.
Auf der anderen Seite steigt die Inflation in den Euroländern, was die Erwartungen auf weitere Zinsanhebungen durch die EZB schürt und dem Euro zumindest ein wenig mehr Gewicht zuspricht, als dem US-Dollar.
EUR/USD in Range
Sehen wir uns heute mal nicht den kurzfristigen Chart an, sondern ein längerfristiges Bild.
EUR/USD seit April
Quelle: CFX-Trader
Es ist fast müßig sich zu fragen, warum EUR/USD seit Anfang Mai so stark abgegeben hat. Der Grund ist nämlich nicht in dem ewigen Hin und Her der Probleme in Europa und den USA zu suchen. Diese sind wohl nur ausschlaggebend für die hohe Volatilität. Der Punkt ist wohl eher dieser: nachdem EUR/USD Anfang Mai fast die 1,50 erreicht hatte, war es einfach an der Zeit für einen Rückgang. Der fiel zwar heftig aus, doch seit Beginn dieser Woche scheint es ja schon wieder aufwärts zu gehen.
Nun ja, es bleibt abzuwarten ob EUR/USD die wichtige Marke bei 1,4300 nachhaltig überschreiten kann und hernach die Widerstände im Bereich um 1,4400-1,4425. Sollte den Bullen dies gelingen, steht einem neuen Aufwärtstrend nichts im Wege. Nach unten jedenfalls findet das Paar bei 1,4100/1,4095 und 1,4045 Unterstützung. Vorerst allerdings dürfte sich das Währungspaar somit in einer breiten Range zwischen 1,4100 und 1,4400 wohl fühlen.
Damit verabschiede ich mich für heute. Im 2.Teil finden Sie noch einen interessanten Gastbeitrag zum Thema ETFs. Wir lesen uns am kommenden Freitag wieder und dann geht es auch weiter mit den Optionsstrategien.
Liebe Grüße und noch einen schönen Tag, wünscht
Ihre Miriam Kraus
