EUR/USD: die Hoffnung stirbt zuletzt!
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 20. Juli 2011, 12:00 Uhr
ENL5454
Es gibt ja noch Hoffnung. Hoffnungen hinsichtlich des morgigen EU-Sondergipfels, Hoffnungen in Bezug auf den "Gang of Six" Kompromissvorschlag...bleibt nur zu hoffen, dass die Hoffnungen nicht schon wieder enttäuscht werden.
Wird es morgen spannend?
Zumindest sind die Hoffnungen groß, dass die EU-Sondergipfler morgen mit EINER spannenden Lösung aufwarten können - wie immer die auch aussehen mag. Denn noch gibt es viele Varianten und Vorschläge, wie man denn am besten mit Griechenland verfahren sollte. Natürlich wird morgen wohl nicht die Gretchenfrage beantwortet werden, aber die Hoffnungen bestehen immerhin, dass die Gipfler ihrer Lösung zur Griechenland-Frage auch ein richtungsweisendes Signal setzen werden.
Kanzlerin Merkel hatte zwar bereits versucht, die Erwartungen zu dämpfen, mit einer ultimativen Lösung der Europa-Krise sei nicht zu rechnen. Doch die Märkte haben Erwartungen und sollten diese mit anhaltender Uneinigkeit, mit weiterhin dünnen und provisorischen Handlungen beantwortet werden, dann dürften die Märkte wiederum recht ungehalten werden.
Doch noch hat der Gipfel nicht begonnen und, wie gesagt, die Hoffnung stirbt ja zuletzt.
Auch in den USA ist man bestrebt Hoffnung zu sähen
Auch in den USA wird weiter herumlaviert und fleißig gestritten. Einig ist sich nur die Gang of Six, eine überparteiliche Gruppe von Senatoren, die einen Kompromissvorschlag vorgelegt haben. Hierbei sollen die Ausgaben in den kommenden 10 Jahren um 3,7 Billionen USD gekürzt werden, zudem will man das Steuersystem reformieren. Präsident Obama ist begeistert, hofft schon auf das baldige Ende des Sparstreits und die schnelle Anhebung der Schuldenobergrenze. Doch ob auch der Kongress ebensolche Begeisterung zeigen wird, bleibt fraglich.
John Boehner, republikanischer Präsident des Repräsentantenhauses, jedenfalls will schon gravierende Mängel am Vorschlag entdeckt haben. Allerdings wird der kürzlich von den Republikanern durchs Repräsentantenhaus gedrückte Gesetzesentwurf zur Haushaltskrise, wohl ebenfalls kaum die Zustimmung des Senats finden, geschweige denn, die des US-Präsidenten. Immerhin wollen die Republikaner eine Verfassungsänderung erzwingen und zwingend festschreiben, dass künftige Haushalte immer ausgeglichen sein sollen. Das aber dürfte für jede US-Regierung eine fast unlösbare Aufgabe sein.
Nun ja, und auch hier stirbt die Hoffnung zuletzt.
Der Euro jedenfalls lebt derzeit von der Hoffnung und EUR/USD notiert aktuell bei 1,4230, nachdem das Währungspaar am Montag im Tief noch bei 1,4013 handelte. So lange die Hoffnung anhält könnte sich EUR/USD auch wieder in Richtung der 1,4276 und hernach 1,4317 aufschwingen. Ein stärkerer Widerstand ergibt sich dann bei 1,4373. Sollten die Hoffnungen wieder enttäuscht werden, dann dürfte es allerdings ebenso rasch auch wieder nach unten gehen in Richtung der Unterstützungen bei 1,4079 und hernach 1,4033.
EUR/USD (30 Minuten)
Quelle: CFX-Trader
