EUR/USD: Die Bären schlagen zurück
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 11. August 2008, 08:00 Uhr
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Liebe DaxDaily Leser,
knappe vier Wochen ist her, das der Euro gegenüber dem US-Dollar einen weiteren Versuch unternahm, die Rekordmarke von 1,60 USD nach oben heraus zu nehmen. In meiner Analyse vom 14. Juli hatte ich aufgrund der technische schwachen Unterstützung darauf verwiesen, dass es sehr unwahrscheinlich sein würde, dass in der damaligen Marktphase ein neuer Rekordstand erreicht werden könnte. Die Analyse ging auf, der Euro schwang von dem Hochpunkt zurück. Die aktuelle Entwicklung liefert allerdings eine Übertreibung in die Gegenrichtung, denn ein Verlust von 10 Cent innerhalb von vier Wochen ist im Devisenmarkt als ein kleines Erdbeben zu bezeichnen.
Wie stark sich der Wind gedreht hat ist daran zu erkennen,dass der Euro zum ersten Mal seit dem ersten Quartal 2006 vollständig unter seiner 200-Tage-Linie notiert. Charttechnisch gesehen haben sich aus kurz- bis mittelfristiger Sicht die Perspektiven für zugunsten des US-Dollars verbessert. Welches Ausmaß die aktuelle Korrektur noch annehmen wird, hängt im Wesentlichen davon ab, ob der Fall unter die 200-Tage-Linie Bestand hat. Noch notiert der Kurs erst einen Handelstag darunter. Um daraus ein größeres Signal abzuleiten, müsste der Euro aber über einen Zeitraum von mindestens einer Woche unterhalb des Durchschnitts bleiben.
Sehr kurzfristig erscheint jedoch eine technische Erholung um 2 bis 3 Cent sehr wahrscheinlich. Bei 1,4960/75 verläuft eine sehr starke Unterstützungslinie, die sich aus mehreren Hochpunkten um die Jahreswende 2007/2008 bildet. Zudem ist der Euro extrem überverkauft und reizt die Marktteilnehmer, die auf fallende Kurse gesetzt haben, ihre Gewinne mitzunehmen. Eine so genannte technische Reaktion wäre also alles andere als ungewöhnlich. Allerdings sollte das nur als Versuch einer Stabilisierung gewertet werden, denn der MACD deutet noch kein Ende der Abwärtsbewegung an. Ein Test des Bereich 1,4960/75 wird in jedem Fall im August erfolgen. Der nächste Unterstützungsbereich läge dann bei 1,455/1,462 USD.
