EUR/USD: der Druck bleibt bestehen!
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 25. August 2010, 12:00 Uhr
ENL5462
Viel verändert hat sich nicht: die US-Daten zeigen weiterhin deutliche Schwäche, während die Daten aus Europa und vor allem Deutschland dagegen nach wie vor deutlich positiver sind. Nichts desto trotz, drückt die pessimistische Stimmung weiterhin auf den Euro!
Schwache US-Daten
Die Verkäufe bestehender Häuser in den USA weisen für Juli den stärksten jemals verzeichneten Rückgang gegenüber dem Vormonat aus. Die Zahlen sanken um 27,2% gegenüber Juni auf 3,83 Millionen. Ohne staatliche Subventionen ist also nach wie vor nicht los im US-Immobilienmarkt.
Zudem weist der Manufacturing Index der Richmond FED für August einen Rückgang um 5 Punkte gegenüber dem Vormonat auf 11 Punkte aus.
Daten aus Europa dagegen nach wie vor positiv
Der Geschäftsklimaindex des ifo-Instituts weist für August einen Anstieg auf 106,7 Punkte von 106,2 Punkten im Vormonat aus. Damit ist der Index auf den höchsten Stand seit 3 Jahren gestiegen. Analysten hatten zuvor einen Rückgang auf 105,7 Punkte erwartet.
Auch aus Europa wurden positive Daten gemeldet. Die Auftragseingänge der Industrie in der Eurozone überraschen im Juni mit einem Anstieg um 2,5% gegenüber dem Vormonat. Erwartet worden war nur ein Plus von 1,5%. Der Vormonatswert wurde von +3,8% auf +4,1% nach oben revidiert.
Euro bleibt unter Druck
Angesichts der Entwicklung der Datenlage (schwache Daten aus den USA, positive Daten aus Deutschland und der Eurozone) sollte man fast meinen, der Euro könne davon profitieren. Doch weit gefehlt: EUR/USD konnte zwar von seinem gestrigen Tief bei 1,2587, aufgrund der schwachen US-Daten einen kurzen Sprung auf 1,2718 im Hoch wagen, geriet daraufhin allerdings wieder unter Druck, nachdem S&P den Downgrade Irlands bekannt gab.
Alles in allem zeigt sich EUR/USD gegenüber dem gestrigen Tief nur leicht erholt - zu stark ist der Druck, der von Risikoaversion und wachsendem Konjunkturpessimismus ausgeht. Es mag fast lächerlich wirken, dass ausgerechnet der US-Dollar nach wie vor (zumindest in gewisser Weise) als Sicherer Hafen gilt, allerdings bestehen natürlich auch Sorgen bezüglich der künftigen Konjunkturentwicklung Europas. Sollten die USA nämlich tatsächlich in eine zweite Rezession abgleiten und auch die Impulse seitens der Emerging Markets ein wenig nachlassen, dann trifft es früher oder später auch die exportorientierte deutsche Wirtschaft und damit eben auch Europa. Grundsätzlich darf man, angesichts der schwachen Vorgaben aus den USA, schon mit einer späteren Abschwächung in Europa rechnen. Wie stark diese allerdings dann tatsächlich ausfallen wird, muss sich erst noch zeigen.
Angesichts dessen könnte es dann vielleicht doch nur eine Frage der Zeit sein, bis die negative Realität der schwachen US-Daten, gekoppelt mit einer USD-Stärke, die ebenfalls belastend für die US-Wirtschaft ist, auf die etwas positivere Realität in Europa, mit einem schwächeren Euro, der wiederum positiv für die exportorientierte europäische Industrie ist, trifft.
Vorerst dürfte sich EUR/USD allerdings in einer Range zwischen 1,2580 auf der Unterseite und 1,2730 auf der Oberseite wohl fühlen. Erst wenn eine der beiden Marken nachhaltig durchbrochen wird, können wir von weiteren Impulsen in die eine oder andere Richtung ausgehen. Aktuell notiert EUR/USD bei 1,2648.
Quelle: CFX-Trader
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