EUR/USD: der Druck bleibt bestehen
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 26. Mai 2010, 12:00 Uhr
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die EUR/USD-Entwicklung bleibt schwankungsanfällig, während der übergeordnete Abwärtsdruck ebenfalls bestehen bleibt. Soweit nichts Neues! Auch an der Art der belastenden News hat sich an sich nichts geändert.
Spanien und die Angst vor einer erneuten Finanzkrise
Die Staatsschuldenkrise kennen wir - die ist bereits im Gange! Doch seitdem am vergangenen Wochenende die spanische Sparkasse CajaSur unter die Aufsicht der spanischen Notenbank gestellt werden musste, geht wieder eine neue Angst um. Die Angst vor einer erneuten Bankenkrise. Die CajaSur, die nun, dank einer Finanzspritze in Höhe von 550 Millionen Euro zunächst einmal den Betrieb aufrecht erhalten kann, ist eine im Vergleich recht kleine Bank. Selbst wenn der Finanzbedarf der Bank sich schließlich sogar auf 2 Milliarden Euro summieren könnte - Spanien hat einen Rettungsfonds für Banken in Höhe von 99 Milliarden Euro.
Doch CajaSur ist nicht die einzige spanische Sparkasse mit faulen Immobilienkrediten im Buch. Insgesamt haben die 45 spanischen Sparkassen mit rund 250 Milliarden Euro die mittlerweile geplatzte Immobilienblase finanziert. Obgleich sich Spanien anstrengt, mittels Fusionen die Spannungen zu entschärfen (gestern gaben gleich 4 Sparkassen ihre Fusion bekannt, wodurch nun die fünftgrößte Bank Spaniens entstehen wird), bleiben die Märkte nervös.
Deutschland verschärft Leerverkaufsverbote
Und auch die Bundesregierung trägt nach wie vor nicht zur Beruhigung oder Stabilisierung der Märkte bei. Mit Hilfe einer neuen Gesetzesvorlage will die Bundesregierung künftig eine generelles Verbot von ungedeckten Leerverkaufsaktivitäten auf sämtliche, an deutschen Börsen gehandelte, Aktien einführen. Zudem soll es auch Verbote auf verschiedene Euro-Währungsderivate geben. Bislang ist das Ganze ein nationaler Alleingang der Deutschen, der bereits in der letzten Woche als ein temporäres Verbot von ungedeckten Leerverkäufen auf Finanztitel, CDS und Staatsanleihen ausgesprochen wurde, eher für Verwirrung, sowohl bei den europäischen Partnern, als auch bei den Marktteilnehmern sorgte. Doch, die Sorge besteht, dass derartige Aktionen auf den gesamten europäischen Raum ausgeweitet werden könnten, was allerdings den Finanzstandort Europa im globalen Wettbewerb deutlich schwächen würde.
Korea-Konflikt und Italiens Sparprogramm tun ihr Übriges...
...um die negative Stimmung zu verstärken! Nordkoreas Militär ist offenbar in Kampfbereitschaft versetzt worden, während Südkorea zusammen mit den Amerikanern ein Manöver plant. Viel wird vermutlich von der Haltung Chinas abhängen - man wird sehen...
Währenddessen verkündet Italien ein 24 Milliarden Euro umfassendes Sparprogramm, welches wiederum die Wachstumsbefürchtungen für die Eurozone schürt.
Alles in allem bleiben die Aussichten für den Euro somit weiterhin schwach. EUR/USD fiel gestern im Tief bis auf die Unterstützungszone um 1,2170, worauf eine Gegenbewegung bis auf 1,2386 in der Spitze folgte. Ausschlaggebend waren wohl zum Teil Kommentare von FED-Chef Bernanke, der vorerst keine Inflationsgefahren ausmachen kann, was die Erwartungen für eine baldige Zinsanhebung gedämpft hat. Aktuell notiert EUR/USD bei 1,2303. Unterstützungszonen ergeben sich bei 1,2270 und 1,2145/50. Ein Bruch dieser Marke nach unten dürfte weiteren Abwärtsdruck in Richtung der 1,20 nach sich ziehen. Widerstandszonen ergeben sich im Bereich um 1,2345, 1,2400 und hernach 1,2470/85.
Quelle: CFX-Trader

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