EUR/USD: der Chart muss wieder neutral beobachtet werden
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 16. November 2010, 08:30 Uhr
Der Euro tendiert gegen den Dollar weiter schwach. Auch gestern musste ich zwei Verlust-Trades hinnehmen. Erstens liegt meine derzeitige Flaute bei EUR/USD-Trades daran, dass der Euro schwer berechenbar geworden ist, was mir Trader-Kollegen auch immer wieder bestätigen. Außerdem, und das ist der Punkt, an dem ich arbeiten kann, fiel mir bei der Sichtung meiner Trade-Aufzeichnungen auf, dass ich im laufenden Monat fast ausschließlich Long-Trades an den Start gebracht habe. In diesem short-lastigen Umfeld ist damit natürlich nicht viel zu holen! Vielleicht habe ich zu stark auf eine Gegenbewegung des Euro gesetzt, und mich dabei zu sehr auf die Long-Signale konzentriert? Da ich nun den Fehler erkannt habe, werde ich den Chart wieder neutraler betrachten und auf ein ausgewogenes Verhältnis von Long- und Short-Trades achten (oder short bevorzugen, wenn die Euro-Talfahrt fortgesetzt werden sollte).
Nachdem der Euro schon am Freitag kurzzeitig unter die 1,36er-Marke gefallen war, sich dann aber bis zur 200er-Durchschnittslinie (lila Linie) erholen konnte, ist die europäische Gemeinschaftswährung gestern erneut unter die runde Kurs-Marke abgetaucht. Die Gegenbewegung fiel bislang aber sehr überschaubar aus. Wegen meines heutigen Zeit-Problems halte ich nur an Extrempunkten Ausschau nach Einstiegen. Erholt sich der Euro weiter von seinem letzten Kurseinbruch, achte ich darauf, wie sich die Euro-Bullen an der 200er-Durchschnittslinie (lila Linie) verhalten. Werden sie dort zum wiederholten Male nach unten geschickt, gehe ich short - schließlich verläuft in dessen Nähe auch noch der horizontale Widerstand bei 1,37, was das Überwinden der Durchschnittslinie zusätzlich erschwert. Gelingt aber der Sprung über die Linie, kaufe ich den Euro und erwarte einen Anstieg bis mindestens 1,3760.
Das Tagestief bei 1,3560 hatte schon im September Bedeutung und mit einem Bruch dieser Unterstützung eröffne ich eine Short-Position mit Kurs-Ziel 1,35. Kann sich der Euro dort angekommen wieder berappeln, decke ich Short-Positionen ein und gehe (vorsichtig) long. Auch bei einer Rückeroberung der 1,36er-Marke, nach vorher deutlich tieferen Notierungen, kaufe ich die europäische Einheitswährung.
Gestriges Ergebnis: Verlust 33 Pips
EUR/USD - 30-Minuten-Chart - CFX Trader
EUR/USD: Das Tempo hat abgenommen, doch der Euro verliert gegen den Dollar weiter an Wert.
Wirtschaftsdaten
(darauf sollten Sie heute achten)
08:00 EWU: ACEA Kfz-Neuzulassungen Oktober
11:00 DE: ZEW Konjunkturerwartung November
Prognose: -4; zuletzt: -7.2
11:00 EWU: Inflation Oktober y/y
Prognose: 1.9;zuletzt: 1.6
11:00 EWU: ZEW Konjunkturerwartung November
Prognose: 2; zuletzt: 1.8
11:15 EWU: Zuteilung des Hauptrefinanzierungsgeschäfts der EZB
12:00 Home Depot (0,48) Quartalszahlen
13:00 Wal-Mart Stores (0,90) Quartalszahlen
13:45 US: ICSC-UBS Index
14:30 US: Erzeugerpreisindex Oktober m/m
Prognose: 0.8 ; zuletzt: 0.4
14:55 US: Redbook
15:00 US: Nettokapitalzuflüsse September in Mrd. $
Prognose: 100.3; zuletzt: 128.7
15:00 EWU: Wochenausweis der Fremdwährungsreserven durch die EZB
15:15 US: Kapazitätsauslastung Oktober
Prognose: 74.9; zuletzt: 74.7
15:15 US: Industrieproduktion Oktober
Prognose: 0.3; zuletzt: -0.2
16:00 US: NAHB/WF Hausmarktindex November
Prognose: 17; zuletzt: 16
19:00 US: Auktion vierwöchiger Bills
23:00 US: ABC Verbrauchervertrauen
Bei den Angaben zu den Unternehmenszahlen stehen die Analystenschätzung für einen Gewinn oder Verlust je Aktie in Klammern.
Soviel zur heutigen Vorbereitung. Jetzt gilt es die Eröffnung mit Spannung abzuwarten. Allen Lesern wünsche ich viel Glück.
Einen erfolgreichen Handelstag wünscht Ihnen
Till Kleinlein
Chefredakteur CFX Trader Kolumne
