EUR/USD – der Abwärtsdruck nimmt ab
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 23. Dezember 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
Die Marktteilnehmer bereiten sich nun auf die anstehenden Fest- und Feiertage vor. Ein bisschen schläfrig wirkt der Handel - geringere Liquidität inklusive.
Betrachtet man EUR/USD, so gewinnt man ebenfalls den Eindruck von langsam wiederkehrender Beruhigung. Aktuell stabilisiert sich das Währungspaar um die 1,4250 herum. Obwohl EUR/USD auch in den letzten Tagen weiter Federn lassen musste, entsteht seit gestern der Eindruck, dass der Abwärtsdruck allmählich an Stärke und Dynamik verliert.
Nach wie vor besteht zwar kurzfristig weiteres Abwertungsrisiko bis in den Unterstützungsbereich um 1,41, aber langfristig betrachtet scheint ein Großteil der Marktteilnehmer nach wie vor bärisch für die US-Währung gestimmt.
Sogar China prognostiziert langfristige USD-Abwertung
Fan Gang, seines Zeichens Berater der Chinesischen Zentralbank, prognostiziert für die US-Wirtschaft weiterhin eine schwache Konjunktur, sowie langfristig die Abkopplung der US-Wirtschaft von den schnell wachsenden Staaten, also den Emerging Markets, welche mittlerweile das Zugpferd und Rückgrat der Weltwirtschaft bilden.
Erstaunlich mutet allerdings an, dass der Notenbanker langfristig ebenfalls die deutliche Abwertung der US-Währung prognostiziert. Sicher, China hatte sich in der Vergangenheit bereits mehrmals negativ zur Stabilität der US-Währung geäußert. Und dennoch: derartige Äußerungen von Seiten des Landes, welches die höchsten ausländischen USD-Reserven der Welt hält....Tja, da drängt sich förmlich ein Gedanke auf: die lang erwartete CNY-Aufwertung. Allerdings kann ich mir noch nicht vorstellen, dass es hier zu einer schnellen und starken Aufwertung kommt. Wohl eher langsam und graduell!
Trotzdem - viele Marktteilnehmer teilen Fans Sicht der Dinge!
Risikofaktor: Vertrauen in die europäische Einheitswährung
Der klassische Gegenspieler zum USD - wenn man es so ausdrücken möchte - ist und bleibt erst einmal der Euro. Nach der deutlichen Aufwertung der europäischen Einheitswährung gegenüber dem USD in diesem Jahr, kam nun in den letzten Wochen der Tiefschlag. Allerdings gewinne ich mittlerweile den Eindruck, dass die zuvor deutlich überkaufte Situation nun langsam dem Konsolidierungsdruck gewichen ist. Die Frage bleibt dennoch, ob wir bereits im 1.Quartal wieder eine erneute Aufwertung des Euro gegenüber USD beobachten werden.
Viel hängt insbesondere davon ab, inwieweit sich das Vertrauen in die Stabilität des Euro entwickelt. In diesem Zusammenhang stehen nach wie vor die problembehafteten südeuropäischen Staaten (Griechenland, aber auch Spanien, Italien und Portugal), sowie Irland im Fokus der Marktteilnehmer. Nachdem die Rating-Agenturen Fitch und S&P die Kreditwürdigkeit Griechenlands massiv herabgestuft hatten, legte gestern zwar auch Moody's nach, allerdings in etwas abgeschwächter Form. Dennoch behält sich Moody's einen negativen Ausblick vor.
Man wird sehen! Allerdings dürfte die EZB wenig Freude daran haben, den griechischen Banken weitere Probleme zu bereiten und zumindest vorerst die aktuelle Ausnahmeregel bezüglich der Hinterlegung von Sicherheiten bei der Refinanzierung beibehalten (im Normalfall akzeptiert die EZB nur Staatsanleihen mit mindestens A- Rating als Sicherheit; aktuell akzeptiert die EZB allerdings auch Staatsanleihen mit BBB- Rating; Griechenlands Kreditwürdigkeit wurde von Fitch und S&P auf unter A gestuft, Moody's stufte von A1 auf A2 ab), was im Umkehrschluss dazu führt, dass griechische Banken zumindest vorerst keine Probleme bei der kurzfristigen Refinanzierung haben dürften.
EUR/USD aktuell
Aktuell notiert EUR/USD bei 1,4251 . Die nächste wichtige Unterstützung liegt bei 1,4100 und hernach 1,4035. Sollte diese Unterstützung gebrochen werden, besteht das Risiko für weiteren Abwärtsdruck in Richtung der 1,3900. Der nächste Widerstand ergibt sich bei 1,4285 und der wichtigste Widerstand nach einer stärkeren Aufwärtsbewegung ergäbe sich dann im Bereich um 1,4450. Wie gesagt: nach wie vor besteht allerdings kurzfristig weiteres Abwertungsrisiko.
Quelle: CFX-Broker
Liebe Leser, damit möchte ich mich für heute von Ihnen verabschieden und wünsche Ihnen allen und Ihren Familien frohe und besinnliche Fest- und Feiertage.
Beachten Sie aber bitte noch den Beitrag im 2.Teil und die Geschichte des kleinen Jan, der ebenso wie viele andere Kinder, die sich in der gleichen Situation befinden, unsere Hilfe braucht. Und was kann es schon Wichtigeres geben, als einem kleinen Kind zu einem lebenswerteren Leben zu verhelfen?!
Aufgrund der Wichtigkeit dieses Beitrags, habe ich nun allerdings die Optionsstrategien verschoben. Aber ich verspreche Ihnen: mit den Spreads werden wir uns dann im Neuen Jahr wieder ausführlich beschäftigen.
Fröhliche Weihnachten!
Ihre Miriam Kraus
