EUR/USD: Abwärtstrend steht wieder zur Debatte
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 19. März 2010, 12:00 Uhr
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Nachdem EUR/USD am Mittwoch noch um die 1,38er Marke herum gespielt hatte, rauschte der Euro daraufhin erneut deutlich ab und verlor bis dato über 2 US-Cent.
Griechenland steht wieder auf dem Plan
Nachdem die Marktteilnehmer dem Griechenland-Thema in den letzten beiden Wochen zeitweilig den Rücken zugekehrt hatten, weil griechische Sparpläne und insbesondere Hilfsüberlegungen (technische Rahmenbedingungen für etwaige Hilfe) von Seiten der Euro-Politiker zur Beruhigung beitragen konnten, ist das Thema mittlerweile wieder stärker in den Fokus der Marktteilnehmer gerückt.
Uneinigkeit der Euro-Politiker verstärkt Unsicherheit
Anlass für die wieder kehrende Unsicherheit in Bezug auf die Lösung der Griechenland-Problematik bietet einerseits auch die Uneinigkeit der Euro-Staaten bezüglich dieses Themas.
Auf der einen Seite steht insbesondere Deutschland mit einer ganz klaren Abwehrhaltung gegenüber einem europäischen Griechenland-Bailout. Verständlich, denn als größte Volkswirtschaft der EU hätte Deutschland in diesem Falle wohl den höchsten Anteil der Kosten zu tragen. Bundeskanzlerin Merkel erklärte am Mittwoch vor dem Bundestag, der IWF sei die einzige Antwort auf Griechenlands finanzielle Probleme.
Griechenland wird bis zum 20. April und 19.Mai für die Refinanzierung rund 10 Milliarden Euro über die Kapitalmärkte aufnehmen müssen. Doch die aktuell noch immer hohe Rendite kann sich das Land schlichtweg noch immer nicht leisten. Griechenlands Premier Papandreou sagte gestern, er werde sich an den IWF wenden, sollte die EU-Führung bei ihrem nächsten Treffen in der kommenden Woche seinem Land keine Kreditlinie anbieten.
Das dürfte zwar ganz im Sinne der Deutschen und auch noch einiger anderer EU-Staaten sein, doch es gibt auch starke Gegenstimmen.
Frankreichs Präsident Sarkozy und EZB-Chef Trichet sprachen sich beide vehement gegen eine Einmischung durch den IWF aus. Dies würde zeigen, dass die Union ihre Probleme nicht selbst lösen könne. Allerdings fürchtet man die Einmischung des IWF wohl weniger aufgrund von Ehrproblemen, sondern vor allem aufgrund der harschen Kriterien, die der IWF zumeist den Staaten, welche er finanziell unterstützt, auferlegt. In der Vergangenheit wurde oft starke Kritik an der Vorgehensweise des IWF geäußert - diese erscheinen entweder zu streng oder zu lasch.
IWF-Hilfe? Was daraus folgt...
Grundsätzlich aber gehen vor allem die Vorstellungen von IWF und EZB deutlich auseinander, wenn es um die Haushaltssanierung geht. Während der US-lastige IWF daran appelliert die Inflationsziele anzuheben, halten die europäischen Notenbanker wenig vom Weginflationieren der Schuldenlast und orientieren sich lieber an der Preisstabilität.
Doch, es gibt noch ein anderes Problem: sollte Griechenland tatsächlich IWF-Hilfe in Anspruch nehmen, müsste dies juristische Konsequenzen haben. Denn, laut Maastricht-Vertrag ist Voraussetzung für die Inanspruchnahme von IWF-Hilfen eine eigene Währung. Und eigentlich haben sich die Euro-Mitgliedsstaaten dazu verpflichtet auf Hilfen des IWF zu verzichten. Als Konsequenz daraus, müsste Griechenland aus der Euro-Zone ausscheiden und wieder die Drachme einführen.
Somit ist es also nicht verwunderlich, dass der Euro im Angesicht dieser Entwicklung erneut deutlich unter Druck steht.
Aktuell notiert EUR/USD bei 1,3561 . Damit rückt EUR/USD der Wiederaufnahme des übergeordneten Abwärtstrends wieder deutlich näher. Sollte EUR/USD unter 1,3530/25 fallen ist der Abwärtstrend wieder im Spiel. Eine nächste Unterstützung ergibt sich dann im Bereich um 1,3445. Widerstand ergibt sich bei 1,3584 und 1,3625.
Quelle: CFX-Broker
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