EUR/USD - 1,30er-Marke greifbar nahe
Till Kleinlein in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 14. Dezember 2011, 08:30 Uhr
ENL5454
es sah klar nach einem Bullen-Tag aus, am Tagesende dominierte dann aber wieder der Rotstift. An der Wall Street zeigte man sich enttäuscht, dass die US-Notenbank Fed keine Hinweise auf neuerliche geldpolitische Maßnahmen ankündigte. Am historisch niedrigen Leitzins - zwischen 0 und 0,25% - möchte man aber bis Mitte 2013 festhalten. Die Anleger hatten mehr erwartet, etwa konkrete Hinweise zu neuen Anleihenkaufprogrammen, und so schmolzen die Gewinne dahin und am Ende der Handelssession rutschte der Dow Jones dann auch ins Minus.
Bei uns war die Tagesentwicklung extremer. Die klaren Zugewinne wurden rasant abgegeben, da sich Frau Merkel erneut gegen eine erhöhte Haftungsobergrenze des Euro-Rettungsschirms aussprach. Härter als den Dax traf es den Euro, der nun auf dem tiefsten Stand seit Mitte Januar notiert. Die 1,30er-Marke ist nun greifbar nahe gerückt. Eine erfolgreich verlaufene Anleihenauktion Spaniens und ermutigende ZEW-Indizes, die die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten widerspiegeln, konnten nicht lange als Stimmungsaufheller wirken. Die Negativnachrichten hinterlassen derzeit einfach mehr Eindruck, so auch die Meldung, dass die Commerzbank möglicherweise neue Staatshilfen benötigt.
Der Kurzüberblick:
| Dax: | -0,19% |
| Dow Jones: | -0,55% |
| EuroStoxx50 | -0,37% |
| EUR/USD: | -0,01% |
| Gold: | -2,04% |
| Silber: | -1,20% |
| Öl (Sorte Brent): | +1,30% |
EUR/USD: short, aber ...
Die gestern aufgeführten Unterstützungszonen wurden gestern Nachmittag reihenweise durchbrochen. Erst kurz vor dem Erreichen der 1,30er-Marke setze dann eine Erholungsphase an, die aktuell noch andauert. Man braucht wohl nicht extra betonen, dass die europäische Gemeinschaftswährung überverkauft ist. Da reicht der Blick auf den Chart sicher aus. Seit Freitag ging es satte 4 Cent nach unten.
Etwas Hoffnung auf eine etwas stärkere Gegenbewegung kann man sich machen, wenn der horizontale Widerstand bei 1,3055 übersprungen wird - dann gehe ich long. Aus den gestrigen Unterstützungen sind nun Widerstandszonen geworden. Bei 1,31 und 1,3160/65 wird die Gegenwehr für die Euro-Bullen also stark sein. Können die Hürden genommen werden, werden Kaufsignale generiert.
Kann die magische 1,30er-Marke nicht gehalten werden, wird schon das nächste Verkaufssignal ausgelöst - und ich gehe short. Die Unterstützungszone um 1,2965 muss dann noch Schlimmeres verhindern. So short der Euro ist und so angeschlagen dieser in den Seilen hängt, umso mehr steigt aber auch die Chance auf einen zumindest temporären Gegenschlag. Dies ist bei der täglichen Handelsvorbereitung zu berücksichtigen. Weder auf das eine, noch auf das andere (also long oder short) sollte man sich versteifen. Beide Varianten haben ihre Berechtigung.
EUR/USD - 30-Minuten-Chart - CFX Trader
EUR/USD: Am späten Nachmittag brachen alle Dämme!
Wirtschaftsdaten
(darauf sollten Sie heute achten)
10:00 DE: ifo Institut für Wirtschaftsforschung, Konjunkturprognose
10:30 UK: Arbeitsmarktdaten November Arbeitslosengeldbezieher
Prognose: +14.700 Personen zuvor: +5.300 Personen
10:30 UK: Arbeitslosenquote
Prognose: 5,1%; zuvor: 5,0%
11:00 EWU: Industrieproduktion Oktober Eurozone
Prognose: 0,0% gg Vm/+2,1% gg Vj; zuvor: -2,0% gg Vm/+2,2% gg Vj
14:00 DE: Deutscher Bundestag, Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Merkel zu den Ergebnissen des Europäischen Rats vom 8. und 9. Dezember, Berlin
14:30 US: Import- und Exportpreise November Importpreise
Prognose: +1,1% gg Vm; zuvor: -0,6% gg Vm
Einen erfolgreichen Handelstag wünscht Ihnen
Till Kleinlein
Chefredakteur Instinkt Trader
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