EUR/USD: 1,30 rückt näher!
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 16. Juli 2010, 12:00 Uhr
ENL5454
EUR/USD konnte angesichts weiterer schwacher Konjunkturdaten aus den USA, seinen Aufwärtstrend weiter fortsetzen.
Viel geändert hat sich nicht, seit der letzten Ausgabe vom Mittwoch! Nach wie vor belasten die schwachen US-Daten den US-Dollar. Was noch vor einigen Wochen, im Sinne einer Risikoaversion, zu Gunsten der US-Währung ausgelegt worden wäre, unterstützt nun den Euro. Nicht zuletzt, da es nun wieder vermehrt positive Stimmen zu Europa gibt.
Weiterhin schwache US-Daten
Die US-Einkaufsmanagerindizes weisen deutliche Rückgänge im Juli auf. Sowohl Philadelphia FED, als auch Empire State Index liegen nur noch knapp im positiven Bereich. Die US-Industrieproduktion hat im Juni nur noch marginal, um 0,1% gegenüber dem Vormonat, zugelegt. Allerdings bleibt die Kapazitätsauslastung auf sehr geringem Niveau. Zudem drückt auch die leicht pessimistische Einschätzung der FED für Juni nicht gerade zu einer Stimmungsaufhellung zugunsten der US-Wirtschaft bei.
Dies wirft natürlich auch kein gutes Licht auf die, für heute zur Veröffentlichung anstehenden Daten. Für heute stehen unter anderem die Daten zur Verbraucherstimmung der Uni Michigan (hier wird ein Rückgang des Indexwertes von 76 auf 74 Punkt erwartet), sowie zur Entwicklung der Verbraucherpreise (hier wird mit einem Rückgang um 0,1 bis 0,2% gerechnet) an.
Dagegen Europa
Für heute erwartet man die Veröffentlichung der EU-Außenhandelszahlen für Mai. Erwartet wird hier ein Überschuss von 0,5 Milliarden Euro, nach 1,8 Milliarden Euro im Vormonat.
Allerdings wird von Seiten Chinas wieder die Freundschaft bekräftigt. Premier Wen gab bekannt, man hoffe, dass sich Europa von seiner Schuldenkrise frühzeitig erholen werde. Europa, so Wen, ein einer der Hauptmärkte für die Investition von Chinas Währungsreserven. Aussagen, die deutlich Euro-positiv verstanden werden.
Auch der französische Finanzminister Fillon ist sich sicher, die Schuldenkrise der Eurozone werde gelöst.
Alles in allem wächst nun also der Pessimismus gegenüber den Aussichten für die US-Wirtschaft, wohingegen die Aussichten für die europäische Wirtschaft als freundliche aufgenommen werden. Wie sich die Ereignisse im Laufe der Zeit doch immer wiederholen...Fragt sich, wie lange dies so bleibt, denn schließlich profitiert insbesondere die deutsche Exportwirtschaft von einem schwachen Euro.
Doch vorerst bleibt EUR/USD im Aufwärtstrend und rückt der Marke bei 1,30 näher. Aktuell notiert EUR/USD bei 1,2973. Die Überwindung der 100-Tagelinie bei 1,2923 und der Marke bei 1,2950 ist ein positives Zeichen für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung. Widerstände ergeben sich bei 1,2995/1,3000 und schließlich bei 1,3093. Sollte auch diese Marke nach oben durchbrochen werden können, liegt das nächste Ziel bei 1,3127. Unterstützungen finden sich bei 1,2950, 1,2923 und im Bereich um 1,2850/56 und schließlich 1,2800.
Sehen wir uns hier den 2-Monats-Chart an, der die Aufwärtsbewegung seit Juni verfolgt:
Quelle: CFX-Trader
