EuroStoxx50
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 7. Dezember 2010, 08:30 Uhr
ENL5454
der gestrige Tag war nachrichtentechnisch genauso langweilig wie die Kursbewegungen. Aber nur auf den ersten Blick. Für den Charttechniker offenbart sich ein viel spannenderes Bild. Schauen wir uns einmal den Euro Stoxx 50-Index an. Dieser bankenlastige Index gehört zu den schwächsten in Europa. Er hatte naturgemäß mit am meisten unter der jüngsten Eurokrise zu leiden. Oh Verzeihung, es gibt laut EZB-Präsident Trichet ja gar keine Eurokrise. Vermutlich werden die Rettungspakete nur so zum Spaß verteilt. Aber zurück zum Thema.
Euro Stoxx 50 im Tageschart
Der Index hat von seinen Novemberhochs in der Spitze fast 10 Prozent verloren, bevor Mitte vergangener Woche eine äußerst wichtige und dynamische Kurserholung einsetzte. Zum Vergleich verlor der DAX in diesem Zeitraum lediglich 3 Prozent in der Spitze und das auch nur für Augenblicke. Daran sehen Sie bereits, welch flotte Outperformance unser Börsenbarometer derzeit aufs Parkett legt.
Im Chart oben sehen Sie auch, dass in der vergangenen Woche im Zuge der Korrektur eine bärische Keilformation (blau) nach unten durchbrochen wurde - ein äußerst negatives Zeichen. Normalerweise Garant für zügig weiter fallende Kurse bis mindestens zum Ursprung des Keiles an den Sommertiefs des Index` bei 2450 Punkten. Aber es sollte anders kommen.
Die kräftige Kurserholung seit vergangenen Mittwoch beförderte den Index ganz schnell wieder zurück in seine Formation und hinterlässt nun eine Bärenfalle (grün), welche für kräftig weiter steigende Kurse sorgen dürfte. Einzige Bedingung: Das Widerstandsnest um die gleitenden Durchschnittslinien am gegenwärtigen Kursniveau muss überwunden werden. Die nächsten Tage werden wegen dieser Widerstände sicher etwas holprig werden, aber mit einem frischen MACD-Kaufsignal im Rücken ist ein weiterer Anstieg sicher machbar, wobei das Aufwärtspotenzial durch die Formation doch eher begrenzt ist. Investieren würde ich nicht in einen der schwächsten Indizes, sondern lieber in den starken deutschen Aktienmarkt und dort am liebsten in Einzeltitel mit noch mehr Stärke. Stärke hat immer die Tendenz, sich weiter fortzusetzen. Deshalb sind die stärksten Märkte und Aktien der beste Parkplatz für Ihr Investment, und nicht die schwächsten. Wie Sie bei der Auswahl genau vorgehen, erfahren Sie hier:
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Fazit: Wenn selbst einer der schwächsten europäischen Indizes aus charttechnischer Sicht nach weiter steigenden Kursen aussieht, dann dürften DAX & Co. erst Recht zum Jahresende weiter zulegen. Relative Stärke setzt sich bei Rückenwind umso mehr fort.
