Sven Weisenhaus handelt seit mehr als 10 Jahren Aktien, Zertifikate und inzwischen hauptsächlich CFDs. Im Wave Daily dreht es sich meist um Elliot Wellen.
Sven Weisenhaus in Wave Daily zum Thema Aktien
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nachdem ich gestern Parallelen zwischen der japanischen und der europäischen Vorgehensweise zur Bekämpfung der jeweiligen Krisen gezogen habe und zuvor den japanischen Markt analysiert habe, macht es Sinn auch mal wieder einen Blick auf den europäischen Markt zu werfen. Gemeint ist damit der EuroStoxx, den ich vor einer gefühlten Ewigkeit, nämlich am 6. April zuletzt betrachtet habe.
Pessimismus pur
Pessimismus pur herrschte während der Index-Analyse im April, denn damals begann die Berichterstattung über Spanien, die inzwischen in einem Hilfegesuch der dortigen Regierung für die Banken mündete. Und auch der Blick auf die europäischen Wirtschaftsdaten verhieß nichts gutes. Ich kam sogar zu der Überlegung, der EuroStoxx50 sei nur "im Sog der übrigen Indizes mitgezogen worden. Die Aufwärtsbewegung wäre demnach lediglich als Gegenbewegung zum Abwärtstrend zu sehen".
Stabilisierung statt Stimulierung
Schon im Februar schrieb ich, dass zwar Rettungsmaßnahmen verabschiedet werden, doch diese nicht positiv auf die Konjunktur wirken. Die Geldpolitik dient bislang "nur der Stabilisierung und die Fiskalpolitik ist eher auf Sparmaßnahmen ausgerichtet. Förderprogramme zur Stimulierung der Wirtschaft sind erst in einem zweiten Schritt zu erwarten." Genau wie im April, als ich diese Aussagen schon zitierte, ist die Situation bis heute immer noch unverändert. "Auf den zweiten Schritt warten wir bis heute vergeblich und wir stecken immer noch mitten im ersten Schritt."
Elliott-Wellen: KEIN Aufwärtstrend
Damit waren damals wie heute die Kursverluste fundamental begründet, aber ich fand im April auch charttechnische Signale für Kursverluste. So blieb mir eigentlich nur die Frage übrig, wo der EuroStoxx50 denn auf dem Weg nach unten noch Halt finden könnte. Zur Bestimmung der Kursziele verwendete ich die Fibonacci-Marken. Doch die Elliott-Wellen zeigten aufgrund der vielen Überschneidungen im Chart nicht mal mehr einen Aufwärtstrend an sondern nur eine korrektive Formation. Und daher schrieb ich als Fazit und Empfehlung für den EuroStoxx50:
EuroStoxx meiden
"Retten kann den EuroStoxx eigentlich nur noch ein erneuter Aufwärtssog durch die übrigen Indizes (Deutschland, USA), die noch deutlich bullischer aussehen.
Wer über Indizes in Aktien long gehen will, sollte sich also besser auf die anderen Indizes fokussieren und den EuroStoxx50 außer Acht lassen. Die Underperformance dürfte weiter gehen."
Underperformance geht unverändert weiter
Wir wissen, dass die anderen Indizes auch keine sonderlich gute Performance seit Ende März (DAX) bzw. Anfang Mai (US-Indizes) hingelegt haben. Und daher kann man auch ohne einen Blick auf irgendeinen Chart erahnen, wie sich der EuroStoxx50 bis heute wohl entwickelt haben dürfte. Der folgende Chart zeigt dann auch die tatsächlich erneute Underperformance des EuroStoxx50 gegenüber den anderen Indizes.
(Quelle: Ariva.de) Index-Vergleich über 3-Monate