EuroStoxx50 - Entlang der Mauer der Angst
Sven Weisenhaus in Wave Daily
vom 3. Februar 2012, 13:00 Uhr
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in den letzten Ausgaben des Wave Daily habe ich mich viel mit der Situation in Europa auseinander gesetzt. So habe ich über die Maßnahmen zur Bekämpfung der Schuldenkrise sowohl durch die Regierungen als auch durch die EZB berichtet. Ich habe die Frage diskutiert, ob ein Austritt aus dem Euro eine Lösung sein könnte. Und ich habe den Euro gegenüber dem USD charttechnisch analysiert. Doch was macht eigentlich der Euro gegenüber dem Yen und wie steht es um den EuroStoxx, also quasi dem europäischen Aktienindex?
Gewöhnungseffekt in 2012
Werfen wir zunächst einen Blick auf den EuroStoxx, den ich zuletzt am 27. Dezember analysiert habe. Im Ergebnis stellte ich in der Analyse fest, dass sich der Index in einer volatilen Seitwärtsbewegung befindet. Doch für 2012 Prognostizierte ich, dass sich in Sachen Verschuldungskrise ein Gewöhnungseffekt einstellen dürfte.
"Man ist schlechte Nachrichten zur Schuldenkrise einfach gewohnt. Plötzliche negative Kursreaktionen dürften mehr und mehr ausbleiben und sich ein Boden bilden, wenn die Lage nicht fundamental weiter eskaliert. Ein solcher Boden bildet ein gutes Fundament für einen Aufwärtstrend, der sich an der Mauer der Angst, bestehend aus den Bausteinen Verunsicherung und Pessimismus, entlang hangelt", lautete mein Fazit damals. Schauen wir doch einfach erst einmal, wie sich der Index seitdem entwickelt hat. (Vergleichen Sie die unterstrichenen Passagen mit dem nachfolgend Geschriebenen.)
(Quelle: CFX-Broker) EuroStoxx50, Candlestick-Chart, 1-Stunden-Kerzen
Negative Kursreaktionen bleiben mehr und mehr aus
Die vertikale Linie markiert den Zeitpunkt der letzten Analyse am 27. Dezember. Und es zeigt sich, dass die negativen Kursreaktionen tatsächlich mehr und mehr ausgeblieben sind. Zwar gab es immer wieder Rücksetzer, doch sind diese natürlich in jedem normalen Aufwärtstrend zu finden. Und zum anderen lagen die Tiefs auf immer höherem Niveau, was natürlich erst einen Aufwärtstrend ausmacht.
Entlang der Mauer der Angst
Des weiteren sieht diese Aufwärtsbewegung sicherlich nicht nach Euphorie aus. Es ist eher ein zaghaftes "nach oben tasten", was dem Szenario eines "an der Mauer der Angst entlang ansteigen" wohl am nächsten kommt.
Verunsicherung und Pessimismus
Sicherlich ist auch unter vielen Lesern noch eine Menge Verunsicherung vorhanden, was die weitere Entwicklung der Schuldenkrise angeht. Und einige sind vermutlich auch noch immer eher pessimistisch für die weitere Entwicklung.
Vor diesem Hintergrund hätte das Fazit aus der letzten Analyse wohl treffender nicht ausfallen können. Sicherlich ist es immer wieder schön zu sehen, dass sich die Dinge genau so entwickeln, wie man es erwartet hat. Doch noch wichtiger ist die Frage nach der Zukunft.