Europa hat noch eine Menge Probleme zu lösen
Sven Weisenhaus in Wave Daily
vom 6. Februar 2012, 13:00 Uhr
ENL5454
Das es in Europa noch eine Menge Probleme zu lösen gibt, zeigt sich auch in den jüngsten Konjunkturdaten.
Abwärtstrend setzt sich fort
So nahm der Index der Auftragseingänge in der Industrie im November 2011 im Euroraum (ER17) gegenüber dem Vormonat um 1,3% ab, nach einer Zunahme von 1,5% im Oktober.
In der EU27 fielen die Auftragseingänge im November 2011 um 1,4%, nach einer Zunahme von 0,2% im Oktober.
Damit setzt sich der Abwärtstrend nach dem kurzen Lichtblick im Oktober fort.
Euro-Länder (ER17) schwächer als EU27
Das Absatzvolumen des Einzelhandels fiel im Dezember 2011 gegenüber November 2011 im Euroraum (ER17) um 0,4%, während es in der EU27 um 0,3% anstieg. Im November fiel der Einzelhandelsindex bereits um 0,4% bzw. 0,2%.
Gegenüber demselben Monat des Vorjahres nahm der Einzelhandelsindex im Dezember 2011 im Euroraum um 1,6% ab und erhöhte sich in der EU27 um 0,1%.
Arbeitslosigkeit weiterhin auf hohem Niveau
Im Euroraum (ER17) lag die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im Dezember 2011 bei 10,4%, unverändert gegenüber November. Im Dezember 2010 hatte sie 10,0% betragen.
In der EU27 lag die Arbeitslosenquote im Dezember 2011 bei 9,9%, ebenfalls unverändert gegenüber November. Im Dezember 2010 hatte sie 9,5% betragen.
Positives im negativen Bereich
Der Geschäftsklimaindex für die Eurozone notiert im Januar weiterhin im negativen Bereich bei -0,21. Im Vormonat hatte der Geschäftsklimaindex bei -0,32 gelegen.
Der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone notiert im Januar bei 48,8 weiterhin unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Im Vorfeld war mit 48,7 gerechnet worden nach ebenfalls 48,7 im Vormonat.
Einziger Lichtblick hier ist die steigende Tendenz der Werte, auch wenn diese sich noch im negativen Bereich befinden. Es gibt aber auch richtige Lichtblicke.
Lichtblicke
So notiert der Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen für die Eurozone in der zweiten Veröffentlichung für Januar bei 50,4 und damit wieder knapp über der Marke von 50, die für Expansion steht. Im Vormonat hatte der Index noch bei 48,8 gestanden.
Und auch von Seiten der Inflation gibt es weiterhin keinerlei Gefahr. Die jährliche Inflationsrate des Euroraums für Januar 2012 wird auf 2,7% vorausgeschätzt. Dies geht aus einer veröffentlichten Vorausschätzung von Eurostat hervor.
Im Dezember 2011 lag die Rate ebenfalls bei 2,7%, wie ich erst kürzlich noch letzte Woche Dienstag berichtete.
Der Erzeugerpreisindex der Industrie fiel sogar im Dezember 2011 im Vergleich zum Vormonat sowohl im Euroraum (ER17) als auch in der EU27 um 0,2%.
Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat erhöhten sich die Erzeugerpreise im Dezember 2011 im Euroraum um 4,3% und in der EU27 um 4,9%.
Im Durchschnitt des Jahres 2011 war der Erzeugerpreisindex im Euroraum um 5,9% und in der EU27 um 6,7% höher als im Vorjahresdurchschnitt.
Es zeigt sich also weiterhin eine deutliche Entspannung bei den Preisen.
Bei der ausführlichen Analyse der Situation in Europa in den letzten Wave Daily-Ausgaben fehlt nun eigentlich nur noch ein Blick auf die Entwicklung des Euros gegenüber dem Yen. Dazu komme ich aber heute nicht mehr.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die neue Woche
Sven Weisenhaus