Eurobonds
Friedrich Lange (Gastbeitrag) in Investors Daily
vom 14. Februar 2011, 18:00 Uhr
ENL5454
Der letzte Damm gegen die Transferunion bricht: Eurobonds werden üblich
Bislang hat die CDU Eurobonds strikt abgelehnt. Noch Ende Januar 2011 wurden SPDVorschläge für Eurobonds als „Bruch der EU-Verträge" abgeschmettert. Das war vor zwei Wochen. Jetzt spricht sich Burkhard Balz, Finanzexperte der CDU-Gruppe im EU-Parlament, für gemeinsame Anleihen der Euroländer aus. Nunmehr werden gemeinsame Anleihen als überlegenswert betrachtet, „sofern man sie an strikte Bedingungen knüpft". Hintergrund ist, eine Isolierung der CDU-Gruppe im Europaparlament zu vermeiden und zugleich den Pakt von Angela Merkel für Wettbewerbsfähigkeit zu einer Mehrheit zu verhelfen. Damit fällt der letzte Damm gegen eine Transferunion. Lediglich die CSU leistet im Bundestag und im Europaparlament noch Widerstand gegen diese Pläne.
Die CDU plant den Gläubigern der Schuldenstaaten einen „Austausch von Schuldtiteln gegen EU-garantierte Papiere zu Marktpreisen" anzubieten, und zwar zu jenem Stichtag, an dem die Länder unter den EU-Rettungsschirm gezwungen wurden. Gerechnet wird mit einem Abschlag von rund 20% für die Staatsschulden von Griechenland, Irland und Portugal. Auf diese Weise würden die Krisenländer der Euro-Union zum Teil entschuldet. Die größeren Euro-Staaten würden allerdings für die Restschuld haften. Auf Deutschland entfiele ein Anteil von etwa 27% der emittierten Eurobonds.
Darüber hinaus wird zusätzlich gefordert, dass sich nicht unter dem Euro-Schutzschirm befindliche Staaten gegenseitig die Staatsschuld bis 60% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) garantieren. Dies würde konkret bedeuten, dass die Deutschen auch für Schulden der Italiener, Spanier und Belgier haften.
Eiskaltes Vorgehen gegen Wähler
Besonders die Stimmung der deutschen Wähler ist gegen Eurobonds gerichtet. Daher ist angedacht, dass vor der Ausgabe von Eurobonds die No-Bail-Out-Klausel des EU-Vertrags gestrichen wird.
Der Weg führt in die Transferunion - Gut für Ihre Investments!
Die Leser der Oxford Club Eildepesche kennen meine Analysen seit mehr als einem Jahr zu diesem absehbaren Trend in die Transferunion. Zunächst wird jeder Schritt dorthin abgelehnt, dann doch gemacht. Rechnen Sie fest damit, dass sich auch die deutsche Bundesregierung für gemeinsame Anleihen und die Gemeinschaftshaftung für die Schulden der Euroländer einsetzen wird. Es wird als gemeinschaftliche Kraftanstrengung zum Wohle aller herausgestellt werden.
Jede erwartete Gegenleistung wird sich als Illusion herausstellen. Ärgern Sie sich nicht! Bauen Sie Ihre Investments in Edelmetallen auf und weiter aus!
Viel Erfolg! Herzlich Ihr
Chefredakteur
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11.2.2011
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