Euro weiterhin auf dem Prüfstand: EUR/USD fällt
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 18. Februar 2009, 12:00 Uhr
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Liebe Leser,
ich mache mir Sorgen! Und nicht nur ich. Angela Merkel und Nicolas Sarkozy müssen gegenwärtig wohl schlaflose Nächte haben wenn sie die Rendite-Spreads auf Euroraum-Anleihen oder nur die Credit Default Swaps ansehen.
Wir wissen, der Euro-Raum war nie ein homogener. Aber wenn man sich die Bewegungen in den Bond-Spreads ansieht, dann könnten die Unterschiede zwischen stärkeren und schwächeren Volkswirtschaften nicht stärker zutage treten.
Mittlerweile liegt die Differenz zwischen einer griechischen Staatsanleihe mit 10-jähriger Laufzeit und einer 10yr deutschen Bundesanleihe bei über 300 Basispunkten. Der Spread zwischen Irland und Deutschland: 260 Basispunkte. Portugal: 170 Basispunkte. Italien: 150. Spanien: 125. Alle diese Länder müssen also deutlich höhere Aufschläge dafür zahlen, dass Investoren ausgerechnet ihnen Geld leihen und nicht etwa Deutschland oder Frankreich.
Das Vertrauen in diese Volkswirtschaften ist offenbar deutlich erschüttert. Und nun fangen auch die Großen an sich langsam Sorgen zu machen. So hat doch ausgerechnet Sparmeister Steinbrück sich ein Herz gefasst und die Dinge beim Namen genannt, indem er sagte, dass wohl einige der Euro-Mitgliedsstaaten in Schwierigkeiten geraten und - jetzt kommts - Hilfe brauchen werden. Von wem diese Hilfe dann kommen wird?! Deutschland, Frankreich..
Der Maastricht-Vertrag verbietet zwar Bailouts anderer Staaten, aber nicht Finanzhilfen. Ich nehme an, es ist die Angst vor dem Dominoeffekt (Erinnern Sie sich?! Hatten wir schon mal nachdem die Lehman-Brüder abtreten mussten. Damals betraf es aber nur die Banken.), der dann zum Kollaps des gesamten Euro-Systems führen könnte, der Angie und Nic die Haare zu Berge stehen und ungeachtet von Maastricht über Hilfen fürs europäische Ausland nachdenken lässt. Denn meistens ist die Kette eben doch nicht so stark wie ihr stärkstes, sondern leider nur wie ihr schwächstes Glied.
Euro-Banken-Berichtsergebnisse haben nur kurzfristigen Einfluss
Ein schöner Schlamassel ist das mit den Euro-Staaten. Dabei hätte dies heute ein guter Tag für die europäische Einheitswährung werden können.
Unsere Banken überraschen uns doch tatsächlich - und entgegen der allgemeinen Prognosen - mit besser als erwarteten Quartalsergebnissen.
Nun ja, besser?! Aber auch schlechte Ergebnisse können gute sein. Die deutsche Commerzbank und die niederländische ING Groep berichteten zwar Verluste, diese fielen aber immerhin geringer aus als zuvor erwartet. So richtig glänzen kann eigentlich nur die französische Societe Generale die sogar einen Nettogewinn von 87 Millionen Euro für das 4. Quartal berichtet.
Der Euro reagierte allerdings nur kurzfristig. EUR/USD stieg heute Morgen zunächst bis auf 1,2636 bis sich der Pessimismus für den Euro-Raum wieder durchsetzte.
Aktuell notiert EUR/USD bei 1,2566. Ein massiver Rückgang - das Wochenhoch lag zu Beginn der Woche noch bei 1,2864.
Nachdem die 1,2600 nun nachhaltig nach unten durchbrochen worden ist, ergibt sich eine nächste Unterstützungsmarke bei 1,2550. Wenn diese ebenfalls genommen wird, dann dürfte EUR/USD wohl zielstrebig auf die 1,2500 zusteuern.
Quelle: CFX-Broker
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