Euro/US-Dollar am Kursziel?
Ronald Gehrt in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 05. Dezember 2006 07:30 Uhr
ENL5454
In all dem hektischen Auf und Ab der Aktienmärkte entgleitet vielen Akteuren der Auslöser der Kursverluste der Vorwoche offenbar schon aus dem Blickfeld. Oder aber sie gehen davon aus, dass das Thema durch sei, weil die Euro/US-Dollar-Relation mittlerweile ihr Kursziel erreicht habe. Hat sie das wirklich?
Der Chart deutet das zumindest nicht an. Gerade nach solch monatelangen Seitwärtsbewegungen kommt gemeinhin sehr hohe Dynamik in die Kurse. Und bislang steigt der Euro zum US-Dollar mit ungebremster Dynamik – bei den US-Konjunkturdaten auch kein Wunder. Denn damit steigt natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass Zinssenkungen in den USA unumgänglich werden – egal, was die Fed so von sich gibt – und damit die Zinsdifferenz weiter zu Gunsten des Euro-Raums wächst.
Es wäre daher nicht weiter überraschend, wenn sich der Kurs recht zügig bis in die im Chart rot markierte Widerstandszone zwischen 1,3450 und 1,3650 nach oben schiebt – eine vorherige kurze Korrektur ist dabei möglich, aber nicht zwingend erforderlich. Aus dieser Warte heraus vermute ich sehr, dass das Thema Euro/US-Dollar weiterhin ein Thema bleiben wird.
Und auch, wenn den meisten US-Akteuren Gedanken über Wechselkurse fremd sein mögen: Was Kapitalflucht ist, wissen sie. Und US-Aktien an Jahreshochs bei zeitgleicher Schwindsucht des Dollars wären ebenso Anlass wie Verlockung für Nicht-US-Investoren, einmal über Gewinnmitnahmen und Anlagealternativen außerhalb des US-Dollar-Raums nachzudenken!
