Euro unter Beschuss!
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 24. März 2010, 12:00 Uhr
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Die IWF-Pläne im Falle Griechenlands gehen offenbar in die 2.Runde! Und der Euro rauscht erwartungsgemäß weiter ab!
IWF-Pläne: überzeugt Merkel nun Sarkozy?
Das Poker-Spiel um Griechenland ist wieder in eine spannendere Phase eingetreten, nachdem die deutsche Regierung von ihrem Kurs nicht abrücken will. Deutschland vertritt einen harten Kurs, sträubt sich, dem angeschlagenen Griechenland EU-Finanzhilfen zu versprechen. Dann hatte Kanzlerin Merkel in der letzten Woche den IWF ins Spiel gebracht und der Euro trudelte ab.
Bislang konnte Deutschland in diesem Punkt nur auf die Unterstützung der Holländer zählen, doch inzwischen scheint es so, als habe die Kanzlerin nun auch Frankreichs Sarkozy überzeugt. Dies geht zumindest aus Berichten der Süddeutschen Zeitung hervor. Der Spiegel schreibt dazu, aus Berliner Regierungskreisen heiße es vorsichtig, es gebe erste Signale aus verschiedenen Hauptstädten.
Man wird sehen. Bislang lehnten die meisten Euro-Staaten, ebenso wie die EZB, eine Einmischung des Internationalen Währungsfonds ab. Dies nicht nur, weil die Vorstellungen von IWF und EZB grundsätzlich gründlich auseinander driften, was die Haushaltssanierung anbelangt. Denn, es gibt noch ein anderes Problem: sollte Griechenland tatsächlich IWF-Hilfe in Anspruch nehmen, müsste dies rechtliche Konsequenzen haben. Denn, laut Maastricht-Vertrag ist Voraussetzung für die Inanspruchnahme von IWF-Hilfen eine eigene Währung. Und eigentlich haben sich die Euro-Mitgliedsstaaten dazu verpflichtet auf Hilfen des IWF zu verzichten. Als Konsequenz daraus, müsste Griechenland aus der Euro-Zone ausscheiden und wieder die Drachme einführen.
Kein Wunder also, dass die Spekulationen in Richtung eines - zumindest temporären - Ausscheidens der Griechen aus dem gemeinsamen Währungsraum, wieder lauter werden!
Sondergipfel geplant
Ab morgen treffen sich die Staats- und Regierungschefs zum EU-Gipfel! Zwar wollte die Kanzlerin Griechenland nicht zum Thema des Gipfels machen, aber nach Vorschlag von Sarkozy und Spaniens Zapatero soll es morgen wohl einen Griechenland-Sondergipfel geben. Wenn Merkel nun auch die Franzosen auf ihrer Seite hat, lassen sich die übrigen Teilnehmer vermutlich leichter von den IWF-Plänen überzeugen. Neben IWF-Hilfen soll es aber im Fall der Fälle wohl auch bilaterale Hilfen geben.
Alles in allem ist das aktuelle Vorgehen nach wie vor nicht dazu angetan, das Vertrauen in die Einheitswährung zu stärken. Vorerst wohl selbst dann nicht, wenn Griechenland auch gar nicht erst die Hilfe des IWF in Anspruch nehmen müsste. Die Frage ist aber dennoch, ob morgen tatsächlich eine endgültige Entscheidung getroffen werden wird. Merkel jedenfalls spricht nach wie nur von einer Ultima-Ratio-Situation, die erst dann eintritt, wenn Griechenland sich tatsächlich nicht mehr über den Kapitalmarkt refinanzieren könnte. Es bleibt also nur zu hoffen, dass die Hinhalte-Taktik überhaupt aufgehen und Griechenland schließlich günstigere Refinanzierungsbedingungen bekommen kann, während sich allerdings der Euro weiterhin im freien Fall befindet.
EUR/USD ist in seinen Abwärtstrend zurückgekehrt und hat seit letzter Woche über 4 Cent verloren. Aktuell notiert EUR/USD bei 1,3369. Unterstützung ergibt sich bei 1,3320 und im Bereich um 1,33. Ein Tagesschluss unter 1,3420 bietet weiteren Abwärtsdruck bis in Richtung der 1,3246. Widerstand ergibt sich im Bereich um 1,3400/1,3420, 1,3500 und 1,3568.
Quelle: CFX-Broker
