Euro-Schwäche setzt Rohstoffpreise unter Druck
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 4. Juni 2010, 20:00 Uhr
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In der letzten Woche haben sich die Aktienmärkte uneinheitlich entwickelt. Der DAX verlor im Wochenvergleich rund 0,1%. Der Nikkei legte dagegen um 1,4% zu gegenüber der Vorwoche, während der Shanghai Composite Index um fast 3,9% fiel gegenüber dem Schlusskurs der Vorwoche. Der Dow Jones notiert aktuell mit 1,9% im Minus im Wochenvergleich.
Konjunkturdaten
Wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte, hat sich die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im Mai weiter reduziert. Die Zahl sank um 165.000 gegenüber dem Vormonat auf 3,24 Millionen. Die Arbeitslosenquote sank um 0,4 Prozentpunkte auf 7,7%. Zudem ist der deutsche Einzelhandelsumsatz im April gestiegen. Real ergibt sich ein Absatzwachstum von 1% gegenüber dem Vormonat.
Aus den USA wurde gemeldet, dass sich die Geschäftsaktivitäten des Verarbeitenden Gewerbes im Mai verringert haben. Der entsprechende Index sank von 60,4 Punkten im Vormonat auf 59,7 Punkte. Dagegen sind die Bauausgaben im April gestiegen. Die Zahl der anstehenden Hausverkäufe ist im April stärker gestiegen als erwartet. Der entsprechende Index der National Association of Realtors zeigt einen Anstieg von 6% gegenüber dem Vormonat und 24,9% gegenüber dem Vorjahr. Für die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe wurde ein Rückgang gemeldet., während sich die Geschäftsaktivitäten im Dienstleistungssektor unverändert entwickelt haben. Dagegen wurd ebeim Auftragseingang für Industriegüter für April ein Anstieg gemessen. FED-Chef Bernanke äußerte sich in einer Rede am Donnerstag dagegen wenig optimistisch gegenüber der weiteren Entwicklung der US-Wirtschaft. Am Freitag wurden eher verhaltene Arbeitsmarktdaten gemeldet. Wie das US-Arbeitsministerium mitteilte ist die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft im Mai um 431.000 gegenüber dem Vormonat. Davon entfallen allerdings 411.000 Stellen auf temporäre Jobs bei der Statistikbehörde. Prognostiziert worden war ein Anstieg um 500.000 Stellen. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 9,7%.
Wie die EU-Kommission mitteilte hat sich das Geschäftsklima in der Eurozone im Mai zwar verbessert, dafür trübte sich allerdings die Wirtschaftsstimmung ein. Die Verbraucherpreise sind im Mai weiter angestiegen - die Inflationsrate stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 1,6%. Wie Eurostat mitteilte hat sich die Arbeitsmarktsituation in der Eurozone im April verschlechtert. Die Arbeitslosenquote stieg saisonbereinigt um 0,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat auf 10,1%. In der EU27 dagegen blieb die Arbeitslosenquote unverändert bei 9,7%. Das Absatzvolumen im europäischen Einzelhandel ist im April gesunken. Gegenüber dem Vormonat sank der Absatz, sowohl in der Eurozone, als auch in der EU27 um jeweils 1,2%. Nach ersten Schätzungen von Eurostat ist die Wirtschaft der Eurozone, sowie der EU27 im 1.Quartal um jeweils 0,2% gewachsen, gegenüber dem Vorquartal.
Aus Indien wurde dagegen für das 4.Quartal ein kräftiges BIP-Wachstum von 8,6% gegenüber dem Vorjahresquartal ausgewiesen. Dagegen ist die indische Handelsbilanz im April in ein Defizit gerutscht - das Passivsaldo beläuft sich auf 10,4 Milliarden US-Dollar.
Aus Japan wurde für April ein deutlicher Anstieg der Industrieproduktion gemeldet - ein Plus von 25,9% gegenüber dem Vorjahresmonat. Japan hat einen neuen Ministerpräsidenten: Naoto Kan tritt die Nachfolge von Yukio Hatoyama an.
Aus China gab es dagegen Hiobsbotschaften. Die CFLP gab einen Rückgang des Purchasing Managers Index für das verarbeitende Gewerbe im Mai bekannt. Der Index sank von 55,7 Punkten im April auf 53,9 Punkte. Zwar bedeutet ein Wert über 50 noch immer kräftiges Wachstum, doch die Nachricht aus der wachstumsstärksten Volkswirtschaft hat dennoch für Sorgen um die globale Erholung gesorgt. Wie ferner bekannt wurde, beabsichtigt die Bank of China eine Wandelschuldverschreibung in Höhe 40 Mrd. Yuan (CNY) auszugeben.
Europa
Wie am vergangenen Freitag bekannt wurde, hat nun auch noch die Rating-Agentur Fitch die Kreditwürdigkeit Spaniens von AAA auf AA+ abgestuft. Zur Mitte der Woche gab es dann auch noch Gerüchte, auch die Kreditwürdigkeit Italiens und Frankreichs könne in Gefahr sein abgestuft zu werden. Beide Gerüchte wurden dementiert. Zum Ende der Woche machte die Europa-Nervosität schließlich ein wenig der Regulierungsnervosität Platz. Zur Zeit tagen die G-20 in Südkorea, wo Hauptpunkte auf der Tagesordnung Regulierungsmaßnahmen für die Finanzmärkte sind.
Devisen
Die allgemeine Nervosität bezüglich der europäischen Staatsschuldenkrise, sowie der möglicherweise anstehenden Finanzmarktregulierungen, haben die europäische Einheitswährung ebenso weiterhin unter Druck gesetzt, wie die erneuten Sorgen bezüglich der Kontinuität des US-Wachstums (schwache Arbeitsmarktdaten habe dazu beigetragen) und die aktuellen Indikatoren aus China.
EUR/USD, der sich die Woche über weiterhin hoch volatil verhielt, ist am Freitag zeitweilig, zum ersten Mal seit März 2006, unter 1,20 gefallen und notierte im Tief bei 1,1993. Aktuell notiert EUR/USD bei 1,2010.
Rohstoffe Wochenrückblick: Energie und Metalle
Energie
Auch die Ölpreise zeigten sich in dieser Woche volatil, bis zum Ende der Woche hin allerdings steigend. Am Donnerstag notierte WTI zur Lieferung im Juli zeitweilig sogar über 75 US-Dollar pro Barrel, musste aber am Freitag angesichts der deutlichen Euro-Schwäche und in Korrelation zur Nervosität an den Märkten, seine Gewinne fast vollständig wieder abgeben.
Für Unterstützung sorgten zuvor die überraschend positiven US-Lagerbestandsdaten. So sind die US-Rohölvorräte in der Woche bis zum 28. Mai um 1,9 Millionen Barrel gesunken, gegenüber dem Vorwoche. Die Benzinvorräte fielen um 2,6 Millionen Barrel. Tatsächlich ist auch die US-Benzinnachfrage gegenüber der Vorwoche gestiegen.
Aktuell notiert WTI zur Lieferung im Juli bei 71,95 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.
Brent Crude zur Lieferung im Juli notiert aktuell bei 72,61 US-Dollar pro Barrel an der ICE Futures Exchange in London.
Metalle
Edelmetalle
Der Goldpreis konnte zunächst weiter steigen und notierte zur Wochenmitte hin zeitweilig sogar über 1.230 US-Dollar pro Feinunze. Am Donnerstag geriet der Preis zeitweilig unter Gewinnmitnahmedruck und am Freitag Morgen im Tief kurzzeitig unter 1.200 US-Dollar.
Am Freitag Nachmittag kann sich der Preis wieder deutlich als Safe-Haven-Instrument behaupten.
Die Nervosität an den Finanzmärkten, die unterschiedlichen Interessen beim G-20-Treffen, sowie insbesondere die Wachstumsbefürchtungen für die Weltwirtschaft unterstützen die Nachfrage nach Gold zur Absicherung.
So meldete der weltgrößte Gold ETF SPRD Gold Trust gestern erneut starke Zuflüsse in Höhe von 21 Tonnen Gold.
Aktuell notiert Gold bei 1.219 US-Dollar pro Feinunze in New York. Der London Gold Fix PM wurde heute bei 1.203,50 US-Dollar pro Feinunze festgesetzt.
Basismetalle
Die Industriemetallpreise haben in dieser Woche deutlich korrigiert. Hier belasten, neben der allgemeinen Nervosität an den Märkten, insbesondere die Daten dieser Woche aus China. China ist der größte Industriemetallverbraucher weltweit und damit dominant für die Entwicklung der Metalle. Die negativen Wirtschaftsdaten, welche diese Woche aus China gemeldet wurden, forcieren die Angst vor einer Abkühlung, bis hin zu einem deutlichen Konjunktureinbruch.
Konjunkturmetall Kupfer notiert aktuell bei 2,82 US-Dollar pro Pfund an der COMEX.
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