Euro knickt doch ein
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 11. März 2011, 12:00 Uhr
ENL5454
Ein Tag voller Hiobsbotschaften und obwohl sich der Euro am Morgen noch tapfer gehalten hat, muss er dem Druck der schlechten Nachrichten schließlich nachgeben.
Erdbeben und schwache Daten
Nach Neuseeland wurde nun auch Japan von einem schweren Erdbeben erschüttert. Ein Tsunami, Überschwemmung und offenbar auch Brände in einer japanischen Atomanlage, Chaos sind die Folge. Die Zahl der Opfer, bislang noch völlig unklar. Doch der Markt hat längst reagiert - nicht nur der japanische Aktienmarkt gibt ab.
Dies ist mit Abstand die schrecklichste Meldung des Tages...
..dennoch gibt es noch weitere schlechte Meldungen zu verzeichnen!
Chinas Inflationsrate verharrt im Februar bei 4,9% gestiegen sein (erwartet worden war ein Rückgang der Inflation), was die Erwartungen auf weitere Zinsanhebungen und damit einhergehend, die Befürchtung auf einen Wachstumsrückgang schürt.
Aus aus den USA gab es wieder enttäuschende Daten: die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind um 26.000 auf 397.000 gestiegen (und liegen damit deutlich höher als erwartet) und das US-Handelsbilanzdefizit hat sich im Januar offenbar von 40,3 Milliarden USD auf 46,3 Milliarden deutlich ausgeweitet.
In Nordafrika gehen die Unruhen weiter und offenbar gab es nun auch Demonstrationen in Saudi Arabien, wogegen die Polizei anscheinend mit Schüssen vorging.
In Deutschland ist die Inflationsrate auf 2,1% gestiegen (und damit über die kritische 2-Prozent-Marke), was erneut das Licht auf die offenbar zu Handlungen bereite EZB wirft und den Abwärtsdruck möglicherweise ein wenig mildert, andererseits bleiben die Probleme der Peripherie-Staaten in Europa bestehen und dürften sich durch eine Zinsanhebung nicht gerade verbessern. Außerdem gab es zwar Meldungen, dass Kanzlerin Merkel sich möglicherweise zu einer Senkung der Zinslast für Griechenland und Irland bereit erklären würde, allerdings soll es keine Ausweitung des Rettungsschirms geben und die Kanzlerin will sich künftig ein Veto-Recht gegenüber weiteren raschen Kreditzusagen an andere Euro-Länder vorbehalten. Wie gehabt also, der Streit in der Politik geht weiter...
Alles in allem, kann der Euro dem weiteren Abwärtsdruck schließlich doch nicht widerstehen und EUR/USD notierte heute im Tief bei 1,3751 . Aktuell notiert EUR/USD bei 1,3776. Unterstützung findet sich bei 1,3744/1,3750, sollte auch dieses Level nach unten durchbrochen werden, besteht weiterer Abwärtsdruck in Richtung der 1,3629. Wichtige Widerstände finden sich bei 1,3840 und 1,3865.
EUR/USD (30 Minuten)
Quelle: CFX-Broker
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